Fachinformationen Neurologie

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Behandlungsangebot

Diagnostik und konservative Behandlung von entzündlichen und degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks

Die Wirbelsäule ist ein komplexes Organ, das aus den Stütz- und Bewegungselementen und dem Spinalkanal mit Rückenmark und Nervenwurzeln besteht. All diese Elemente können in ihren Funktionen gestört sein und zu Symptomen führen. Die Aufgabe der Neurologie ist es, mittels Anamnese, klinischer Untersuchung sowie Zusatzabklärungen eine Diagnose zu stellen und eine Behandlung einzuleiten. Wenn notwendig unter Zuzug der Wirbelsäulenchirurgie.

Abklärung von peripheren Nervenschädigungen und entzündlichen Nervenerkrankungen
(z.B. Polyneuropathien)

Periphere Nervenschädigungen beinhalten zum grössten Teil Nervenengpasssyndrome wie das Carpaltunnelsyndrom oder das Cubitaltunnelsyndrom. Entzündliche Nervenerkrankungen können einen oder mehrere Nerven der Extremitäten betreffen. So z.B. bei einer Polyneuropathie, die u.a. durch Borreliose, Diabetes Mellitus oder Vitamin B12-Mangel verursacht werden kann. Diese Erkrankungen können durch Anamnese, klinische Untersuchung und elektrophysiologische Untersuchung der Nerven diagnostiziert werden.

Diagnostische und therapeutische Infiltrationen unter BV-Kontrolle an der Wirbelsäule

Infiltrationen an der Wirbelsäule unter Röntgenkontrolle werden angewendet, um Schmerzen zu lindern und/oder die schmerzauslösende Struktur einzugrenzen. Zielstrukturen sind meistens die Zwischenwirbelgelenke (Facettengelenke) oder die Nervenwurzeln. Die verwendeten Medikamente sind Cortison und Lokalanästhetika.

Indikationsstellung für chirurgische Eingriffe an der Wirbelsäule

Die Neurologie, Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie bilden die «spine unit» der Schulthess Klinik. Es ist ihre Aufgabe, die Ursache der Wirbelsäulenleiden mit verschiedenen Untersuchungstechniken zu ermitteln, um entscheiden zu können, ob eine konservative oder eine chirurgische Behandlung indiziert ist. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Wirbelsäulenchirurgen ist bei der Beurteilung von komplexen Fällen von entscheidender Bedeutung.

Neuropsychologische Abklärungen (Demenzdiagnostik inkl. Liquormarker, Fahreignung)

Die Abklärungen beinhalten eine Anamneseerhebung inkl. Fremdanamnese, die ausführliche Testung der höheren Hirnfunktionen (kognitive Funktionen) sowie zusatzdiagnostische Untersuchungen (Labor, MRI, funktionelle Untersuchungen, evtl. Lumbalpunktion). In einem umfassenden Gespräch, mit Einbezug der Angehörigen, erläutern wir  die Diagnose und erstellen einen Therapieplan. Zudem klären wir die Arbeits- und Fahreignung aus neuropsychologischer Sicht ab.

Schwindel- und Synkopenabklärungen

Schwindel ist ein häufiges Symptom in der Allgemeinpraxis und bedarf genauerer Abklärung. In der neurologischen Schwindelsprechstunde wird durch eine gezielte Anamnese und eine ausführliche neurologische Untersuchung eine Verdachtsdiagnose gestellt. Diese kann dann durch Zusatzuntersuchungen wie Kernspintomographie des Kopfs, elektrophysiologische Untersuchung oder Weiterleitung an einen HNO-Arzt bestätigt werden. Häufig ist eine Diagnose bereits nach der Anamnese und klinischer Untersuchung möglich und eine Therapie (z.B. Repositionsmanöver) kann eingeleitet werden.

Schlaganfall-Sprechstunde

Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache erworbener Behinderung bei Erwachsenen. Eine klare Zuordnung der Schlaganfallursache ist für die korrekte Weiterbehandlung (Sekundärprävention) unabdingbar, um weitere Ereignisse möglichst zu verhindern. Dabei wird neben Anamnese, klinischer Untersuchung und  bildgebenden Verfahren (MRI, CT) eine neuroangiologische Untersuchung (Ultraschalluntersuchung der Hirngefässe) durchgeführt. Die Neurologen der Schulthess Klinik sind erfahren in der Schlaganfallbehandlung und bieten das gesamte ambulante und neurologische Abklärungsspektrum an.

Sprechstunde für Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson)

Bewegungs- und Gangstörungen sind häufig durch neurologische Erkrankungen bedingt, wie z.B. M. Parkinson, Hydrocephalus, vaskuläre Hirnschädigung oder auch Multiple Sklerose. Daneben finden sich häufig Gangstörungen bei Pathologien des Rückenmarks. So z.B bei einer entzündlichen Erkrankung, einer Spinalkanalstenose oder auch bei orthopädischen Erkrankungen (wie z.B. Hüftpathologien). Durch Anamnese und klinische Untersuchung wird die Ursache möglichst genau eingegrenzt und durch Zusatzuntersuchungen bestätigt. Danach erfolgt die Therapie.

Sprechstunde für entzündliche Hirnerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose)

Die Sprechstunde dient der Abklärung und der Behandlung entzündlicher Hirnerkrankungen, insbesondere der Multiplen Sklerose, mit Durchführung von Zusatzabklärungen (u.a. evozierte Potentiale, Lumbalpunktion). Wir bieten eine Langzeitbetreuung mit regelmässiger Kontrolle der Medikation nach neuestem Wissensstand. Darüber hinaus führen wir Infusionstherapien (z.B. Steroide, Tysabri) durch und überwachen die Wirkung bei Neueinstellungen (z.B. Gilenya).

Botulinumtoxin Sprechstunde (Dystonie)

Botulinumtoxin ist ein Medikament, das die Muskelkraft vorübergehend (i.d.R. 3 Monate) abschwächt. Das Medikament wird durch Injektion in den Muskel verabreicht. In der Neurologie wird Botulinumtoxin überwiegend für die Behandlung der Dystonie angewendet – einer neurologischen Erkrankung, die zu Bewegungsstörungen führt und durch Fehlhaltungen und teils schmerzhafte Verkrampfungen von bestimmten Muskeln gekennzeichnet ist. Die «überaktiven Muskeln» werden durch Injektion von Botulinumtoxin beruhigt.

Schmerzsprechstunde, insbesondere Kopfschmerzen (z.B. Migräne, Cluster-Kopfschmerzen)

Kopfschmerzen sind ein häufiges Symptom und können in primäre Kopfschmerzen wie Migräne, Clusterkopfschmerz etc. eingeteilt werden. Sekundäre Kopfschmerzen finden sich z.B. bei degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule als cervikogene Kopfschmerzen und bei gefährlichen Prozessen wie Hirntumoren und Hirnblutungen. Mittels Anamnese, klinischer Untersuchung und Zusatzuntersuchungen legen wir die Kopfschmerzform fest und erstellen einen Therapieplan. Dieser beinhaltet medikamentöse Therapieansätze, Infiltrationen an der Halswirbelsäule bei cervikogenen Kopfschmerzen und komplementärmedizinische Verfahren. Dabei arbeiten wir eng mit der Physiotherapie und der Abteilung für Osteopathie zusammen.

 

Apparative Diagnostik

Elektromyographie

Bei der Elektromyographie werden die elektrischen Eigenschaften des Muskels mit Nadeln gemessen. Durch Schädigung eines Nervs (z.B. Nervenverletzung durch Bandscheibenvorfall) oder aber bei einer Muskelerkrankung entstehen typische elektrophysiologische Veränderungen in den betroffenen Muskeln, die mit der Nadelmyographie abgeleitet werden. Die Befunde erlauben Rückschlüsse auf die zugrundeliegende Störung.

Elektroneurographie

Bei der Elektroneurographie werden die elektrischen Eigenschaften sowohl motorischer wie auch sensorischer Nerven untersucht. Der Nerv wird mit Stromimpulsen stimuliert und die Antwort (Aktionspotential) mit Elektroden abgeleitet. Abhängig von Ausmass, Art und Lokalisation einer Nervenschädigung entstehen typische Befunde, die eine genauere diagnostische Zuordnung ermöglichen.

Neurovaskuläre Ultraschalluntersuchung

Die neurovaskuläre Ultraschalluntersuchung ist eine nicht-invasive, schmerzlose und  weitgehend risikofreie Untersuchung der hirnversorgenden Blutgefässe. Es werden dabei neben den grossen Halsgefässen auch die intrakraniellen Arterien untersucht. Hiermit lassen sich Veränderungen des Blutflusses (z.B. durch Verengungen des Gefässes) und der Wandstruktur (Arteriosklerose) sehr genau darstellen.

Motorisch evozierte Potentiale (MEP)

Bei dieser Methode wird die motorische Nervenleitung von Hirn bis Muskel mittels Applikation eines Magnetimpluses durch eine Spule am Kopf und Ableitung der Antwort am Muskel gemessen. Diese Messung ist wichtig bei Erkrankungen des Rückenmarks entweder durch Kompression wie bei einem engen Spinalkanal, durch Entzündungen wie bei der Multiplen Sklerose oder durch Degeneration von Nervenzellen wie bei der amyotrophischen Lateralsklerose (ALS).

Sensorisch evozierte Potentiale (SEP)

Bei der Ableitung sensorisch evozierter Potentiale wird die gesamte Strecke der sensiblen Nervenbahnen von der Peripherie (Hand oder Fuss) bis zum Gehirn untersucht. Die Stimulation des zu untersuchenden Nervs an der Hand oder am Fuss erfolgt mit repetitiven schwachen Stromimpulsen, die entlang der Nervenbahnen an mehreren definierten Punkten mit Elektroden abgeleitet werden. Lokalisation und Ausmass einer Nervenbahnschädigung liefern entsprechende Befundkonstellationen.

Visuell evozierte Potentiale (VEP)

Wir testen das visuelle System mittels Applikation von visuellen Reizen und Ableitung des elektrischen Impulses auf der Kopfhaut. Diese Methode wird angewendet, um die Sehbahn vom Auge bis zur Sehrinde zu testen. Diese kann typischerweise bei der Multiplen Sklerose aber auch bei anderen Hirnerkrankungen geschädigt sein.

Intraoperatives Neuromonitoring: Qualitätskontrolle am Ort des Geschehens

An der Schulthess Klinik Zürich werden seit dem Jahr 2000 nach Einführung und Aufbau der Technik durch Dr.med. Martin Sutter, Leitender Arzt Neurologie, alle grösseren Operationen an der Wirbelsäule und am Rückenmark durch ein multimodales intraoperatives Neuromonitoring (MIOM) überwacht. Dieses wird während der ganzen Operation (durchschnittlich 4.6 Stunden) von Dr.med. M. Sutter oder von Dr.med. A. Eggspühler durchgeführt und aktuell ca. 400 mal jährlich verlangt. Im Zeitraum 2001 – 2006 wurden in einer konsekutiven Studie 1017 MIOM’s analysiert und eine diagnostische Genauigkeit der Methode mit einer Sensitivität von 89% und Spezifität von 99% in der Vorhersage von klinischen neurologischen Ausfällen validiert, wobei keine einzige schwere neurologische Komplikation (Querschnittlähmung) aufgetreten ist. Das durch einen qualifizierten neurologischen Facharzt durchgeführte multimodale intraoperative Monitoring leistet einen hohen Beitrag in der Prävention von neurologischen Komplikationen nicht nur für den Patienten. Es vermindert damit auch Folgekosten bei komplexen Wirbelsäuleneingriffen, insbesondere in der Behandlung von Skoliosen und Tumoren am oder im Rückenmark.

 

Zweitmeinungen insbesondere bei komplexen Fragestellungen der Wirbelsäule
Wir bieten profunde interdisziplinäre Abklärungen komplexer Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks, apparative Diagnostik mit evozierten Potentialen und Elektromyographie und -neurographie. Dabei arbeiten wir eng mit den Spezialisten der Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie zusammen und bieten auch Zweit- und Drittmeinungen an.

Gutachten und Expertisen
Mit jahrelanger Erfahrung führen wir ambulante Begutachtungen und medizinische Expertisen durch. Bei komplexen Expertisen (interdisziplinären Gutachten) ist die Mitarbeit diverser Fachdisziplinen notwendig. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Spezialisten der Neurologie, Orthopädie, Neurochirurgie, Rheumatologie, Psychiatrie und Schmerztherapie in unserem Haus stellt dabei einen entscheidenden Vorteil dar. Darüber hinaus bieten wir bei der Durchführung von Gutachten und Expertisen höchste Fachkompetenz und eine zeitgerechte Abwicklung Ihres Auftrags.

Anerkannte elektrophysiologische Ausbildungsstelle für neurologische Facharztanwärter 
Die elektroneuromyographische Untersuchungstechnik  ist Teil der Ausbildung zum Neurologen. Die neurologische Abteilung der Schulthess Klinik ist eine von der FMH anerkannte Weiterbildungsstätte für klinische Neurophysiologie und bietet aktuell eine profunde einjährige Fortbildung unter Supervision von erfahrenen Elektrophysiologen für 1-2 Assistenzärzte an.