Therapien und Training
Jahresbericht 2025
Mehr sehen, gezielter handeln
Therapien und Training bedeuten für uns mehr, als nur Bewegung anzuleiten oder Trainingspläne zu erstellen. Wir stützen uns dabei auf fundiertes Wissen, beobachten systematisch und arbeiten mit messbaren Ergebnissen. So erhöhen wir die Sicherheit und machen Fortschritte sichtbar.
Warnsignale erkennen
2025 stand in der Physiotherapie das systematische Screening sogenannter «Red Flags» im Zentrum. Dabei handelt es sich um Warnsignale für ernsthafte Erkrankungen, die unbedingt ärztlich abgeklärt werden müssen. In einer umfassenden internen Fortbildungsreihe schulten wir unser Physioteam darauf, solche Hinweise frühzeitig zu erkennen und korrekt zu reagieren. Ein internes Nachschlagewerk unterstützt das Team im Alltag. Das erhöht die Sicherheit für Patientinnen und Patienten und stärkt die fachgebietsübergreifende Zusammenarbeit.
Fortschritte messbar machen
In der Rehabilitation zählen nicht nur das subjektive Empfinden, sondern auch objektive Messwerte. Seit 2025 misst die Physiotherapie regelmässig die Schulterkraft an einer isokinetischen Testmaschine – eine Methode, die in der Schweiz bisher nur wenige Institutionen einsetzen. Die Ergebnisse, die fortlaufend mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten geteilt werden, zeigen präzise, wie sich die Kraft im Verlauf entwickelt.
Auch in der Leistungsdiagnostik steht die Messbarkeit im Zentrum. Seit zehn Jahren messen wir computergestützt die Rumpfkraft mit dem Testgerät «Pegasus» und erkennen so Stärken, Schwächen und muskuläre Dysbalancen. Bei vielen Sportarten und bei hohen Kraftanforderungen in Beruf und Alltag ist eine starke und stabile Rumpfmuskulatur entscheidend. Eine aktuelle Studie baut nun auf dieser langjährigen Erfahrung auf. Das Ziel besteht darin, zu belegen, dass die gemessene Kraft tatsächlich die Funktion der Rumpfmuskulatur widerspiegelt. Dazu vergleichen wir die gemessenen Kraftwerte mit der Muskelqualität, die im MRT ermittelt wurde, sowie mit weiteren Testergebnissen. So schaffen wir eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für eine präzise Trainingssteuerung und bieten eine kostengünstige und schnelle Alternative zu aufwendigeren Untersuchungen, um den Gesundheitszustand der Rumpfmuskulatur zu beurteilen.
Training als Demenzprävention
Therapie endet nicht bei der körperlichen Leistungsfähigkeit. Im Projekt «Pro Mental» beteiligt sich das Schulthess Training seit dem Jahr 2025 an einem Demenzpräventionsprogramm in Zusammenarbeit mit der Psychiatrischen Universitätsklinik. Patientinnen und Patienten mit beginnender Demenz absolvieren zunächst ein strukturiertes Gruppentraining und anschliessend ein individuell angepasstes Kraftprogramm. Dabei wird geprüft, wie gut sich ein solches Präventionsprogramm im Alltag umsetzen lässt und wie wir körperliche Aktivität gezielt einsetzen können, um die kognitive Gesundheit zu stärken.
So zeigt sich: Therapien und Training an der Schulthess Klinik basieren nicht allein auf Erfahrung. Wir schulen systematisch, messen präzise und arbeiten eng zusammen – fachgebietsübergreifend, mit unserer eigenen Forschungsabteilung sowie mit Geräteherstellern, Weiterbildungsinstituten und anderen Kliniken. Das schafft Sicherheit, Transparenz und nachhaltige Fortschritte für unsere Patientinnen und Patienten und Kundinnen und Kunden.