alert-checkalert-circlealert-trianglearrowassignmentbg-s-outlinesbg-sburger-whiteburgercalendarcheckclosedownloaddropdownemailFacebook iconheartinfoInstagram iconlinkLinkedIn iconlocationlocknbk_assignmentnbk_contactnbk_drivenbk_emergencynbk_servicesnbk_specialistphonesearchshow-morex_negXing iconYouTube iconyoutube2

Anästhesie

Jahresbericht 2025

Anästhesie Keyvisual
0
Anästhesie-Sprechstunden
0
davon telemedizinisch
0
stationäre Schmerzvisiten

Anästhesie: Patient Blood Management – vorausschauend für mehr Sicherheit

Bluttransfusionen können lebensrettend sein, sind jedoch mit potenziellen Risiken verbunden und sollten deshalb gezielt und zurückhaltend eingesetzt werden. Genau hier setzt das Patient Blood Management an – ein Behandlungskonzept, das in unserer Anästhesie eine zentrale Rolle spielt. 

Das Patient Blood Management (PBM) verfolgt das Ziel, den eigenen Blutbestand der Patientinnen und Patienten zu erhalten, unnötige Transfusionen zu vermeiden und dadurch Komplikationen nach der Operation zu reduzieren. Zahlreiche Studien zeigen, dass sowohl eine Blutarmut vor der Operation als auch die Transfusion von Fremdblut mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen, einem verlängerten Klinikaufenthalt und einer erhöhten Sterblichkeit verbunden sind. Gleichzeitig wurde belegt, dass PBM-Programme die Verwendung von Blutprodukten stark reduzieren können.  

Systematische Umsetzung an der Schulthess Klinik 

Das PBM ist seit 2018 an der Schulthess Klinik ein fester Bestandteil der Vorbereitung auf eine Operation und wurde kontinuierlich weiterentwickelt und systematisch verankert. Das Konzept basiert auf drei zentralen Säulen: 

  • Frühzeitige Erkennung von Blutarmut: Stellen wir eine solche fest, behandeln wir sie rechtzeitig vor der Operation, beispielsweise mit Eisenpräparaten oder speziellen Medikamenten, die die Bildung roter Blutkörperchen anregen.
  • Vermeidung von unnötigem Blutverlust während der Operation: Dabei helfen blutstillende Medikamente, eine stabile Körpertemperatur und Flüssigkeitsbalance, ein gezieltes Blutdruckmanagement sowie – wo sinnvoll – das Zurückgewinnen des eigenen Blutes.
  • Bluttransfusionen nur wenn medizinisch notwendig: Klare Grenzwerte und klinische Kriterien unterstützen diese Entscheidungen und sorgen für eine sichere, zurückhaltende Anwendung.  

Für Patientinnen und Patienten bedeutet dieses Vorgehen mehr Sicherheit, weniger Komplikationen und eine bessere Erholung nach der Operation. 

Die schrittweise Einführung des PBM an der Schulthess Klinik führte zu einer deutlichen Reduktion der Verwendung von Blutprodukten. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da gleichzeitig die Anzahl komplexer orthopädischer und Wirbelsäuleneingriffe hoch blieb. Die Reduktion der Transfusionsrate ist daher direkt auf die systematische Umsetzung des PBM-Konzepts zurückzuführen. 

Kontinuierliche Weiterentwicklung und Forschung 

Die Schulthess Klinik analysiert kontinuierlich die Auswirkungen des PBM im Rahmen eines umfassenden Outcome-Forschungsprogramms. Ziel ist es, Risikofaktoren besser zu identifizieren, Behandlungen weiter zu individualisieren und die Qualität der Versorgung vor, während und nach der Operation nachhaltig zu verbessern. Diese systematische Datenerfassung und Analyse ermöglicht, evidenzbasierte Verbesserungen direkt in die klinische Praxis zu integrieren und den Patientennutzen kontinuierlich zu steigern.