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Manuelle Medizin

Jahresbericht 2025

Manuelle Medizin Schulthess Klinik
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ambulante Konsultationen

Die Schmerzspirale durchbrechen

Chronische Schmerzen entstehen nicht nur dort, wo der Körper konkret geschädigt ist, zum Beispiel an der Wirbelsäule oder an Gelenken. Oft verselbstständigt sich das Schmerzsystem. Denn wiederholte Schmerzreize können dazu führen, dass bestimmte Nervenzellen im Rückenmark immer empfindlicher reagieren. Resultat: Die Schmerzen werden stärker als der eigentliche Schaden und breiten sich sogar auch auf andere Stellen aus. 

Eine wichtige Rolle spielt dabei das sogenannte WDR-Neuron. Man kann es sich wie eine Schaltzentrale vorstellen: Es sammelt eingehende Schmerzsignale und verarbeitet sie weiter. Wird diese Schaltzentrale wiederholt aktiviert, sinkt ihre Reizschwelle – sie reagiert also immer schneller und stärker. 

So entsteht eine Aufwärtsspirale: Aus einem zunächst lokalen Schmerz entwickelt sich ein überempfindliches Schmerzsystem, das Beschwerden verstärkt und ausbreitet. Fachleute sprechen vom sogenannten «Wind-up-Phänomen». 

Neue Methode zur Beruhigung der Schmerzzentrale 

In der Manuellen Medizin setzen wir genau an diesem Punkt mit einer neuen Methode an. Mithilfe von ultraschallgesteuerten Injektionen mit einem Lokalanästhetikum schalten wir gezielt ganze Blöcke mit überaktiven Schmerzsignalen vorübergehend aus. Diese Technik stammt ursprünglich aus der Anästhesie. Bei uns dient sie jedoch nicht der Narkose für eine Operation, sondern wird gezielt therapeutisch eingesetzt, um überaktive Schmerzsignale zu unterbrechen. 

Ziel ist, die «Schaltzentrale» im Rückenmark zu beruhigen. Wird die ständige Reizweiterleitung für eine gewisse Zeit gestoppt, kann sich das Schmerzsystem wieder regulieren. Die Schmerzspirale wird unterbrochen. Aus «Wind-up» wird «Wind-down». Somit wirkt die Behandlung nicht nur, solange das Medikament im Körper vorhanden ist, sondern über diese Zeit hinaus.  

Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet das eine nachhaltige Schmerzlinderung – häufig auch, wenn andere Behandlungen bisher nicht halfen. Gleichzeitig bietet diese Methode eine Alternative zu Kortison und erweitert die Therapiemöglichkeiten bei chronischen Schmerzen.