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Aktuelles 20 Jahre COMI: Weil der Behandlungserfolg mehr ist als ein Röntgenbild

Wie lässt sich herausfinden, ob eine Wirbelsäulenoperation wirklich erfolgreich war? Nicht nur aus Sicht des Behandlungsteams, sondern aus Sicht der Patientinnen und Patienten? Genau dafür wurde an der Schulthess Klinik ein Patientenfragebogen entwickelt. Der sogenannte COMI-back hilft seit zwei Jahrzehnten dabei, sichtbar zu machen, wie es Betroffenen nach einer Operation an der Lendenwirbelsäule wirklich geht.

COMI steht für Core Outcome Measures Index. Der Patientenfragebogen hilft dabei, die Auswirkungen von Rückenbeschwerden und deren Behandlung aus Sicht der Betroffenen zu erfassen. Heute gehört er international zu den etablierten Instrumenten der Wirbelsäulenforschung und wird in zahlreichen Ländern und Studien eingesetzt.

Was zählt, ist der Alltag

Nach einer Behandlung an der Wirbelsäule interessiert nicht nur, was auf einem Röntgenbild oder MRI sichtbar ist. Entscheidend ist vor allem, wie es den Betroffenen im Alltag geht. Haben die Schmerzen nachgelassen? Können sie wieder länger sitzen, gehen oder arbeiten? Hat sich ihre Lebensqualität verbessert? Genau solche Fragen stellt der COMI und erfasst, wie stark Rückenbeschwerden den Alltag beeinflussen und ob eine Behandlung tatsächlich eine spürbare Verbesserung gebracht hat.

Der Fragebogen ist bewusst kurz gehalten. Das erleichtert das Ausfüllen und sorgt gleichzeitig für aussagekräftige Ergebnisse. So können Rückmeldungen von vielen Patientinnen und Patienten systematisch erfasst und ausgewertet werden.

Von Zürich in die internationale Forschung

Was vor 20 Jahren als Instrument für die Beurteilung von Rückenbeschwerden entwickelt wurde, hat sich längst international etabliert. Heute ist der COMI in mehr als 20 Sprachen verfügbar und wird weltweit in Forschungsprojekten sowie nationalen und internationalen Datenbanken eingesetzt. Inzwischen existieren zudem angepasste Versionen für die Halswirbelsäule, die Hüfte und das Knie. Damit ermöglicht der COMI etwas, das für die Forschung besonders wertvoll ist: Er macht Behandlungsergebnisse vergleichbar – über Jahre hinweg, über Klinikgrenzen und sogar über Ländergrenzen hinweg.

Davon profitieren auch zukünftige Patientinnen und Patienten

Jede beantwortete Frage trägt dazu bei, die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen besser zu verstehen. Die Rückmeldungen von Tausenden Patientinnen und Patienten helfen herauszufinden, welche Behandlungen bei welchen Beschwerden besonders wirksam sind. Dadurch entsteht Wissen, das direkt in die Versorgung künftiger Patientinnen und Patienten einfliesst.

Ein weiterer Fortschritt: Inzwischen lassen sich COMI-Ergebnisse auch mit anderen international verwendeten Fragebögen vergleichen. Dadurch können Daten aus unterschiedlichen Kliniken und Studien gemeinsam ausgewertet werden. Das stärkt die internationale Zusammenarbeit und schafft eine noch breitere Wissensbasis für die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen.

Zwei Publikationen ziehen Bilanz

Bereits zum 18-jährigen Bestehen, also Volljährigkeit des COMI zog ein Team aus Forschenden der Schulthess Klinik in zwei umfassenden Übersichtsarbeiten Bilanz. Die erste Publikation beleuchtet die Entstehung und Weiterentwicklung des COMI sowie seine Bedeutung für die Forschung. Die zweite zeigt auf, wie der Fragebogen aufgebaut ist, wie die Ergebnisse interpretiert werden und in welchen Bereichen er heute weltweit eingesetzt wird.

Die beiden Publikationen machen deutlich: Der COMI hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem wichtigen Instrument der patientenzentrierten Wirbelsäulenforschung entwickelt. Er hilft bis heute dabei, Behandlungen aus der Perspektive der Betroffenen zu beurteilen und zu verbessern.

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