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News Wie wirken sich Begleiterkrankungen auf das Resultat nach einer Hüftprothesen-Operation aus?

Ein Jahr nach der Hüftoperation sind die meisten Patienten mit dem Resultat zufrieden, viele sogar sehr zufrieden. Auch Patienten mit Begleiterkrankungen dürfen mit einer ähnlich verbesserten Hüftfunktion rechnen. Allerdings zeigt sich in dieser Patientengruppe ein etwas erhöhtes Komplikationsrisiko. Zu diesem Schluss kam unser Forschungsteam, welches den Zusammenhang von Begleiterkrankungen (Komorbidität), Komplikationsrisiken und dem Patientenempfinden bei einer arthrosebedingten Hüftoperation untersuchte.

In dieser Studie befragten wir über 1'500 Patienten direkt vor und ein Jahr nach ihrer Hüftoperation bezüglich ihres persönlichen Befindens, ihrer Hüftfunktion sowie ihrer Zufriedenheit zur Versorgung. Informationen bezüglich unmittelbarer Komplikationen bis 30 Tage nach dem Eingriff fanden ebenfalls Eingang in die Studie. Diese stammen aus den Dokumentationen aus unserem Klinikinformationssystem.

Wie werden Begleiterkrankungen erfasst und welchen Einfluss haben sie?

Begleiterkrankungen werden mittels verschiedener Messinstrumente erfasst: Einerseits mit einem Schema der American Society of Anaesthesiologists (ASA). Dieses erhebt an der Schulthess Klinik die Anästhesie vor einer Operation. Weiter gibt es den sogenannten Charlson Comorbidity Index (CCI). Dieser kann entweder anhand eines Patientenfragebogen vor der Operation oder durch die erfassten Diagnosen eines Patienten im Klinikinformationssystem berechnet werden. 

Diese Studie untersucht die Begleiterkrankungen mittels ASA und berechnetem CCI aus dem Kliniksystem. Sie kommt zum Schluss, dass ein Zusammenhang besteht zwischen Begleiterkrankungen und einem etwas erhöhten Risiko, innerhalb der ersten 30 Tagen eine Komplikation zu haben. Die Chancen auf eine verbesserte Hüftfunktion und auf ein zufriedenstellendes Resultat sind durch Begleiterkrankungen allerdings nur geringfügig kleiner im Vergleich zu Patienten ohne Begleiterkrankungen. 

Mehrwert für Patient und Arzt

Die Erfassung von Begleiterkrankungen und die Berechnung des Komorbitäts-Index hilft den Ärzten bei der Einschätzung der Risiko- und Erfolgsfaktoren. Im Beratungsgespräch können sie dadurch den Patienten realistische Erwartungen vermitteln. Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten, bei welchen eine Hüftgelenk-Operation ratsam ist, ist das zu erwartende Resultat ein Jahr nach der Operation sehr gut. Dies gilt auch für Patienten mit mehreren Begleiterkrankungen.

Zur Studie «The Association Between Comorbidity and the Risks and Early Benefits of Total Hip Arthroplasty for Hip Osteoarthritis»

 
Prof. Dr. med. Michael Leunig

Prof. Dr. med. Michael Leunig

Chefarzt Hüftchirurgie, CMO
 
 
PD Dr. Anne Mannion Spezialistin Forschung

PD Dr. Anne Mannion, PhD

Scientific Consultant Spine Surgery and Neurosurgery