News Schulthess Klinik, Balgrist und Universitätsspital Zürich spannen für Forschung zusammen

Seit neun Jahren forschen die Schulthess Klinik, die Universitätsklinik Balgrist und das Universitätsspital Zürich gemeinsam an der Behandlung der Lumbalstenose (Verengung des Spinalkanals im Lendenbereich). Mit Resultaten von über 850 Patienten erschienen bisher über 20 Studien, mit dem Ziel, betroffenen Patienten eine optimale, wissensbasierte und individuelle Behandlung zu ermöglichen.

Bei einer Spinalkanalstenose ist der Wirbelkanal verengt, am häufigsten aufgrund einer Arthrose der Wirbelgelenke. Dabei entsteht ein Druck auf die Nerven, der zu Schmerzen, Gefühlsstörungen oder gar Lähmungserscheinungen führen kann. Befindet sich die Verengung im Lendenbereich, spricht man von einer Lumbalstenose. Oft sind die Schmerzen nicht im Rücken am stärksten bzw. gar nicht vorhanden, sondern in den Beinen oder im Gesäss, da die Nerven im Spinalkanal unter Druck gesetzt werden. Als Behandlung stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, mit und ohne Operation. Einmal durch eine Lumbalstenose geschädigte Nerven haben leider nur ein geringes Erholungspotenzial. Umso wichtiger ist es, betroffene Patienten im richtigen Zeitpunkt mit der für sie richtigen Methode zu behandeln.

Gemeinsame Forschung zur Lumbalstenose

Genau um diese individuelle optimale Behandlung der Patienten zu ermöglichen, wurde die multizentrische Beobachtungsstudie unter der Koordination des Horten Zentrums (Universität Zürich) ins Leben gerufen. Dabei wurden seit 2011 über 850 Patienten der Schulthess Klinik, der Universitätsklinik Balgrist, des Universitätsspital Zürich und weiteren Kliniken aus den Kantonen Luzern, Thurgau und Zürich jeweils drei Jahre lang beobachtet. Über ein Drittel der beobachteten Patienten stammt dabei aus der Schulthess Klinik, ca. ein Viertel aus dem Unispital und ca. 10 % aus dem Balgrist. Hauptverantwortliche der Studie sind PD Dr. med. François Porchet, Schulthess Klinik, Prof. Dr. med. Jürg Hodler, Universitätsspital Zürich, Prof. Dr. med. Johann Steurer, Horten-Zentrum, und Prof. Dr. med. Mazda Farshad, MPH, Universitätsklinik Balgrist.

Resultate wurden bereits in über 20 gemeinsamen Studien der Kliniken zu verschiedenen Behandlungsaspekten veröffentlicht. Sie sind eine evidenzbasierte Grundlage für alle Ärzte, die mit der Behandlung einer Lumbalstenose konfrontiert sind.

Ein Auszug der Resultate wurde am 9. Januar 2020, in der Alten Anatomie des Universitätsspitals Zürich einem Fachpublikum präsentiert.

PD Dr. med. François Porchet, Schulthess Klinik, Prof. Dr. med. Johann Steurer, Horten-Zentrum, und Prof. Dr. med. Jürg Hodler, Universitätsspital Zürich, bei der Präsentation der Resultate der gemeinsamen Studie zur Lumbalstenose
Links: Die Initiatoren der Multizenter-Studie: PD Dr. med. François Porchet, Schulthess Klinik, Prof. Dr. med. Johann Steurer, Horten-Zentrum, und Prof. Dr. med. Jürg Hodler, Universitätsspital Zürich (von links).
Rechts: PD Dr. med. et Dr. med. dent Jakob M. Burgstaller, PhD, Hortenzentrum, präsentiert die Langzeitergebnisse der Multizenter-Studie.
  Dr. med. Tamàs Fekete, Schulthess Klinik, Prof. Dr. med. Mazda Farshad, MPH, Universitätsklinik Balgrist, PD Dr. med. François Porchet, Schulthess Klinik, Jeremy Fairbank, Prof. em., Nuffield Department of Orthopaedics, Rheumatology, and Musculoskeletal Sciences, Oxdord, zum Thema Lumbalstenose
Links: Dr. med. Tamàs Fekete, Schulthess Klinik (links), und Prof. Dr. med. Mazda Farshad, MPH, Universitätsklinik Balgrist, diskutieren mit dem interessierten Publikum.
Rechts: PD Dr. med. François Porchet, Schulthess Klinik, im Gespräch mit Gastreferent Jeremy Fairbank, Prof. em., Nuffield Department of Orthopaedics, Rheumatology, and Musculoskeletal Sciences, Oxdord
 
PD Dr. med. François Porchet

PD Dr. med. François Porchet

Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie
 
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