News Im Schweizer Vergleich: nur wenige Folgeoperationen bei Hüftprothesen
Ein künstliches Hüftgelenk kann Lebensqualität und Bewegungsfreiheit zurückgeben. Umso wichtiger ist es, dass der Eingriff langfristig erfolgreich ist. Im Interview erklärt unser Chief Medical Officer und Chefarzt der Hüftchirurgie, Prof. Dr. med. Michael Leunig, warum sogenannte Hüftrevisionen ein zentraler Qualitätsindikator sind und weshalb die Schulthess Klinik hier besonders gut abschneidet.
Herr Professor Leunig, bevor wir in das Thema einsteigen: Was versteht man überhaupt unter einer «Hüftrevision»?
Eine Hüftrevision ist eine erneute Operation nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks. Das kann zum Beispiel nötig werden, wenn sich die Prothese lockert, nicht optimal funktioniert oder es zu Komplikationen wie einer Infektion kommt.
Warum ist die Revisionsrat wichtig für eine Klinik?
Sie zeigt, wie gut die Qualität einer Erstoperation ist. Je seltener eine zweite Operation notwendig wird, desto besser – denn für Patientinnen und Patienten bedeutet das weniger Komplikationen, eine schnellere Rückkehr in den Alltag und mehr Bewegungsfreiheit. Auch die Kosten für das Gesundheitssystem insgesamt werden reduziert.
Die Schulthess Klinik hat eine sehr niedrige Revisionsrate bei Hüftoperationen. Sie liegt bei 0,7 Prozent, im Schweizer Durchschnitt sind es 2,4 Prozent. Warum ist das so?
In unserer Klinik arbeiten hochspezialisierte Teams, die sehr viele Hüft-Operationen durchführen. Dadurch verfügen unsere chirurgischen Teams über viel Erfahrung, und wir arbeiten mit klar strukturierten Prozessen. Gleichzeitig messen und analysieren wir unsere Ergebnisse seit Jahrzehnten kontinuierlich.
Welche Rolle spielt dabei die Forschungs-Abteilung der Klinik?
Eine sehr grosse. Seit über 20 Jahren befragen wir unsere Patientinnen und Patienten nach der Operation, wie es ihnen geht. Diese Daten bilden eine wichtige Basis, damit wir die Behandlungen weiterentwickeln können. Das erklärte Ziel ist, künftig möglichst genau vorauszusagen, welche Behandlung individuell für einen Patienten oder eine Patientin am besten geeignet ist.
Was bedeutet das konkret für Patientinnen und Patienten?
Vor allem Sicherheit. Wer sich für eine Operation entscheidet, möchte sich darauf verlassen können, dass sie langfristig erfolgreich ist. Niedrige Revisionsraten sind ein starkes Zeichen dafür.
Haben Sie einen Rat an Patientinnen und Patienten vor einer Operation?
Informieren Sie sich und achten Sie gezielt auf Qualitätsmerkmale wie niedrige Infektions- und Revisionsraten. Diese Daten sind öffentlich auf der Website des Vereins ANQ zugänglich – für alle Spitäler der Schweiz. Diese Transparenz hilft, dass Patientinnen und Patienten die richtige Entscheidung für sich und ihre Gesundheit treffen können.
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