Behandlung Die Knie-Teilprothese / Schlittenprothese – Die unikompartimentale Kniearthroplastik

Das Kniegelenk ist gross und kompliziert aufgebaut. Es ist starken Belastungen ausgesetzt und deshalb verletzungsgefährdet. Es erlaubt Streck-, Beuge- und in geringem Masse auch Drehbewegungen. Kniescheibe, Gelenkkapsel, Bänder (Seitenbänder, Kreuzbänder) und Aussen- sowie Innenmeniskus gewährleisten die Stabilität des Kniegelenks. Die Gelenkflächen des Knies sind von einer glatten Knorpelschicht überzogen, die ein reibungsloses Gleiten der Gelenkpartner ermöglicht.

Knieprothese

Ein künstliches Kniegelenk ist ein Ersatz der abgenützten natürlichen Gleit- und Oberflächen des Kniegelenks. In gewisser Weise handelt es sich um einen Oberflächenersatz. Dabei werden die abgenützten Gleitflächen durch Oberflächen aus Metall ersetzt. Zwischen den Metalloberflächen befindet sich ein Gleitflächenersatz aus Polyethylen (ein hochentwickelter Kunststoff). Nachdem die Bestandteile des künstlichen Kniegelenks im Körper eingesetzt worden sind, werden sie durch die eigenen Kniebänder stabil zusammengehalten und während der Bewegung geführt. Die Kraft der eigenen Muskulatur sorgt für die freie Streckung und Beugung des Kniegelenks. Die Befestigung der Metalloberflächen am Knochen erfolgt mit speziellem Knochenzement.

Knie-Teilprothese
1 Knie-Teilprothese
Knie-Totalprothese
2 Knie-Totalprothese

Indikation

Die Arthrose des Kniegelenks (degenerative und meistens altersbedingte Abnützung der tragenden Knorpeloberflächen) ist die häufigste Ursache für den Kniegelenkersatz. Die Arthrose kann sich aber auch als Folge einer Knieverletzung oder Meniskusoperation entwickeln. Für den Patienten sind in der Regel die Knieschmerzen, das Hinken und die damit einhergehende Behinderung ausschlaggebend, einen Arzt aufzusuchen. Es müssen nicht immer alle Bereiche des Kniegelenks von Arthrose betroffen sein. Wenn nur der innere oder der äussere Teil des Kniegelenks, beziehungsweise das Gleitlager der Kniescheibe, betroffen ist, kann der Arzt den betroffenen Teil des Kniegelenks durch einen teilweisen Gelenkersatz erneuern. Wichtige Voraussetzungen für die Indikation eines teilweisen Gelenkersatzes sind, dass sich die Arthrose ausschliesslich auf einen Abschnitt des Kniegelenks beschränkt und dass die Kniebänder noch funktionell sind. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass alle heute zur Verfügung stehenden konservativen (nichtoperativen) Massnahmen ausgeschöpft worden sind.

Röntgenbild unikompartimentale Kniearthroplastik
3 Nur die Innenseite des Knies weist eine Arthrose auf. Ein Gelenkspalt ist nicht mehr vorhanden (gelb)
Röntgenbild Belastung Knie unikompartimentale Kniearthroplastik
4 Ganzbeinaufnahme: die Hauptbelastung verläuft durch die Innenseite des Knies

Teilprothese vs. Totalprothese

Eine Teilprothese bietet im Vergleich zur Totalprothese grösstenteils eine bessere Beweglichkeit und ein natürlicheres Kniegefühl. Der Eingriff ist weniger invasiv, da alle Bandstrukturen und die noch gesunden Gelenkteile erhalten bleiben.

Operative Behandlung

Die Operation kann entweder in Voll- oder in Teilnarkose durchgeführt werden. Diese Operation ist ein klassischer minimal-invasiver Eingriff. Das Kniegelenk muss dazu durch einen vorderen längsorientierten Hautschnitt von ca. zehn Zentimetern Länge eröffnet werden. Die Gelenkoberflächen des von der Abnützung betroffenen Abschnittes werden nach einem speziellen Schnittplan bearbeitet, sodass die Metalloberflächen des künstlichen Teilgelenks in der geeigneten Grösse gut auf dem Knochen angepasst werden können. Das monokompartimentale Kunstgelenk wird mit Knochenzement im Knochen verankert.

Es ist unvermeidbar, dass es während und vor allem nach der Operation zu einem Blutverlust kommt. Zum Teil kann dieses Blut wieder aufbereitet und dem Körper zurückgeführt werden. Sehr selten sind jedoch auch heute noch Bluttransfusionen notwendig.

Nachbehandlung und Rehabilitation

In der frühpostoperativen Phase stehen die Bewegungstherapie und die Schmerzbekämpfung im Vordergrund. Die Aufgabe der aktiven und der passiven Bewegungstherapie ist es, mögliche Verklebungen der Gleitschichten im Kniegelenk und die damit verbundene spätere Einschränkung der Beweglichkeit zu verhindern. Sie werden diesbezüglich durch den zuständigen Physiotherapeuten persönlich instruiert und behandelt.

Die Schmerzbekämpfung erfolgt auf mehreren Ebenen, um die Einnahme von Schmerztabletten und die gelegentlich damit verbundenen Nebenwirkungen wie Übelkeit und Müdigkeit zu minimieren. Neben den herkömmlichen Schmerzmitteln kann eine besondere Form der Regionalanästhesie eingesetzt werden. Diese erfolgt mit einem sogenannten Femoralisschmerzkatheter, einem sehr dünnen Katheter, der im Oberschenkel etwa zwei bis drei Tage verweilen kann. Über diesen Schmerzkatheter kann die Schmerzlinderung in der kritischen Zeit einige Stunden bis Tage nach der Operation effizient durchgeführt werden. Zusätzlich wird durch lokale Kühlung des Knies im Rahmen einer physikalischen Therapie eine Schmerzbehandlung durchgeführt. Schon am Tag nach der Operation werden Sie die ersten Gehversuche mit Gehstöcken absolvieren und von Tag zu Tag Fortschritte erzielen. Der Gebrauch von Gehstöcken wird für ca. vier Wochen empfohlen. Das operierte Kniegelenk darf dabei bis zur Schmerzgrenze belastet werden. Die Hospitalisation dauert in der Regel sechs bis acht Tage.

Röntgenbild Knie-Teilprothese, einen Tag nach der Operation
5 Knie-Teilprothese, einen Tag nach der Operation. Die Haut-Klammernaht und der Drainageschlauch sind sichtbar

Eine Rehabilitation unter stationären Bedingungen, besonders nach dem teilweisen Gelenkersatz, ist in der Regel nicht notwendig. Postoperativ brauchen Sie eine physiotherapeutisch geführte ambulante Rehabilitation, um die Bewegungsfunktion, den Aufbau der Oberschenkelmuskulatur und die Verbesserung von Sicherheit und Koordination zu erreichen.

Erfolgschancen

Das Ziel einer Knie-Teilprothese ist es, wieder zu einem normalen, schmerz- und hinkfreien Gehen ohne Gehstöcke zu gelangen. Die ersten sechs Wochen nach der Operation sind die schwierigsten. Hier gilt es, die Beweglichkeit, die Muskelkraft und das normale Gehen wieder zu erlangen. Ein mehr oder weniger definitives Ergebnis ist allerdings erst neun bis zwölf Monate nach der Operation erreicht. Mit der Knie-Teilprothese können Sie ein ganz normales Leben führen. Risikosportarten, dazu gehören auch Kontaktsportarten wie zum Beispiel Fussball, und Aktivitäten, welche mit zu hohen Belastungen des Kniegelenks verbunden sind, sollten jedoch gemieden werden.

Risiken

Die Knie-Teilprothese ist keine Notfalloperation, sondern ein Wahleingriff. Der Eingriff sollte in aller Ruhe gut vorbereitet sein, um die Gefahren von Risiken und Komplikationen auf ein Minimum zu reduzieren. Trotz guter Planung und vorbeugender Massnahmen gibt es wie bei jeder Operation auch bei der Implantation einer Knie-Teilprothese gewisse Risiken. Zu den möglichen Operationsrisiken zählen unter anderem Thrombosen, Embolien, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Blutergussbildungen und Nachblutungen, Verletzungen von Nerven, Gefässen und anderen anatomischen Strukturen, Verklebungen mit schlechter Beweglichkeit und Funktion des Kniegelenks sowie einige Restschmerzen. Eine verminderte Sensibilität im Bereich der Narbe kann vorübergehend, aber auch von Dauer sein.

Im Aufklärungsgespräch mit Ihrem Arzt werden Sie darüber ausführlich informiert. Diese Risiken müssen in keiner Weise von der Implantation einer Knie-Teilprothese abschrecken. Nicht zu vergessen ist, dass die monokompartimentale Kniearthroplastik nur den inneren oder äusseren Teil des Kniegelenks ersetzt. Kommt es nach einem Teilgelenkersatz zu einer Arthroseentwicklung in einem der nicht ersetzten Teile des Knies, kann durch konservative Massnahmen der Zustand in den meisten Fällen verbessert werden. Bleibt der Leidensdruck trotz konservativer Massnahmen gross, kommt in speziellen Fällen der Wechsel auf eine Totalprothese infrage.

Unsere Spezialisten für Knie-Teilprothesen

 
Dr. med. Stefan Preiss

Dr. med. Stefan Preiss

Chefarzt Kniechirurgie
 
 
Dr. med. Laurent Harder Spezialist Kniechirurgie

Dr. med. Laurent Harder

Leitender Arzt Kniechirurgie
 

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