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«Bikini-Schnitt» bei Hüft-OP Braucht die Hüftprothese immer einen grossen Schnitt?

Trotz gelegentlicher Diskussionen über die Zuverlässigkeit von Implantaten ist der Hüftgelenkersatz zur Behandlung einer schmerzhaften Hüftarthrose heute die mit Abstand erfolgreichste orthopädische Behandlung. In den letzten Jahren haben sich hierbei vor allem die chirurgischen Aspekte weiterentwickelt. Während früher in der Hüftprothetik noch grosse Eingriffe mit langer Reha-Phase notwendig waren, werden die Operationen heute in den meisten Zentren minimalinvasiv, also mit kleinsten Schnitten durchgeführt. Heute liegt ein Hauptaugenmerk darin, Weichteilschäden während der Operation zu vermeiden.

Im Interview erklären uns, Prof. Dr. med. Michael Leunig, Chefarzt Hüftchirurgie, CMO, und Prof. Dr. med. Hannes A. Rüdiger, Stv. Chefarzt Hüftchirurgie, mehr zu diesem Thema und was es mit der sogenannten Bikini-Schnittführung bei der Hüftprothese auf sich hat.

Braucht der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks einen grossen Schnitt?

Ein Hauptaugenmerk der heutigen OP-Techniken liegt darin, Weichteilschäden während der Operation zu vermeiden. In den meisten Fällen genügt dazu sogar ein kurzer Hautschnitt (<10 cm), wenn dieser an der richtigen Stelle liegt. Durch einen minimalinvasiven chirurgischen Zugang kann der Patient nach der Operation sofort voll belasten und hat wenig Restriktionen. Zudem haben wir in der Schulthess Klinik vor einigen Jahren anstelle des klassischen Längsschnitts für den vorderen Zugang einen queren Hautschnitt, der den Spannungslinien der Haut folgt, eingeführt, die sogenannte Bikini-Schnittführung.

Was ist der Vorteil der Bikini-Schnittführung?

Die Wundheilung und das kosmetische Resultat sind verbessert. Unsere Studie mit 964 Patienten mit Resultaten 2 und 4 Jahre nach der Operation zeigt eine deutliche höhere Patientenzufriedenheit bei der Bikini-Schnittführung und wurde von der Schweizerischen Fachgesellschaft für Orthopädie (Swiss Orthopaedics) mit dem renommierten Maurice E. Müller Preis ausgezeichnet.

Hat diese OP-Methode auch Nachteile?

Nein. Die Studie zeigt ebenfalls, dass die Bikini-Schnittführung sicher ist und eine genaue Implantatpositionierung erlaubt. Auch Sensibilitätsstörungen der Haut nach der OP sind nicht häufiger als beim klassischen Längsschnitt.

Für welche Patienten eignet sich diese Methode?

Prinzipiell eignet sich diese Methode für die meisten Patienten (95%). Nur in speziellen Situationen würden wir einen klassischen Schnitt vorziehen.

Was braucht es, damit der Chirurg die Bikini-Schnittführung anwenden kann?

Da diese Schnittführung technisch anspruchsvoller ist, empfehlen wir Ärztekollegen, diese Technik erst nach längerer Erfahrung mit dem klassischen Längsschnitt anzuwenden.

Illustration Hüftprothese

Kompetenzzentrum für den Hüftgelenkersatz

Die Hüftchirurgie der Schulthess Klinik gilt als grösstes Kompetenzzentrum der Schweiz für den Hüftgelenkersatz. Jährlich setzt ein hochspezialisiertes Team rund 1000 Hüftprothesen ein und führt auch komplexe Revisionseingriffe durch. Neben dem Gelenkersatz bietet die Klinik sowohl das gesamte Spektrum der Hüftchirurgie als auch nicht-operative Behandlungsmethoden an und ist somit für alle Patienten mit Hüftbeschwerden da.

Die Hüftchirurgie der Schulthess Klinik wird mit Prof. Dr. med. Michael Leunig, Prof. Dr. med. Hannes A. Rüdiger und Prof. Dr. med. Claudio Dora von drei Professoren angeführt, was in der Schweiz einzigartig ist.

Unsere Spezialisten der Hüftchirugie