Operationen an der Hand

Vorbereitung und Nachbehandlung bei Handoperationen sowie vorbeugende Massnahmen

Vor der Handoperation

Operationen – sind diese auch noch so klein – stellen immer eine gewisse Belastung für den Körper dar, auf die jeder Mensch verschieden reagiert. Aus diesem Grund werden Sie vor, während und direkt nach dem Eingriff auf ein fahrbare Operations­bett gelegt und regelmässig vom Pflegefachpersonal und den Ärzten überwacht. Wir empfehlen, bequeme und leichte Kleidung zu tragen, die Sie problemlos an­- und ausziehen können. Da nach der Operation ein Verband angelegt wird, kann es sein, dass Sie die Finger nur eingeschränkt benutzen können. Deshalb kann das Zuknöpfen von Hemden etc. erschwert sein.

Da auch bei kleinen Operationen ein gewisses Infektionsrisiko besteht, werden alle Operationen in einem dafür konzipierten Operationssaal durchgeführt. Aus Gründen der Sterilität muss sich der Patient vor jeder Operation entkleiden, wobei die Unterwäsche nicht abgelegt werden muss. Sie erhalten vom Pflegefachpersonal ein Spitalnachthemd. Medikamente, die regelmässig eingenommen werden und auf die Blutgerinnung einen Einfuss haben, müssen je nach Eingriff mindestens acht Tage vor der Operation gestoppt werden (Aspirin Cardio, Plavix etc.). Ihr Arzt kann Ihnen detailliert Auskunft geben.

Operationen und verabreichte Schmerz-­ und Betäubungsmittel können einen Einfluss auf das Reaktionsvermögen haben. Aus diesem Grund ist es dringend zu empfehlen, dass Sie sich nach einer Operation abholen lassen bzw. die Klinik in Begleitung verlassen. Auch das selbstständige Führen eines Fahrzeugs ist direkt nach der Operation nicht möglich. Ab wann Sie ein Fahrzeug wieder selbstständig führen können, ist vom jeweiligen Eingriff und der damit verbundenen Beeinträchtigung abhängig. Ihr behandelnder Arzt wird Ihnen den Zeitpunkt mitteilen, wann Sie Ihre operierte Hand wieder ohne Bedenken belasten und ein Fahrzeug führen dürfen.

Komplikationen nach Handoperationen

Grundsätzlich sind Komplikationen wie Infektionen, Nachblutungen, Gefäss-­ oder Nerven­schäden oder Thrombosen mit Embolie nach Operationen am Handgelenk und an der oberen Extremität selten.

Wegen der ausgezeichneten Durchblutung im Hand­- und Handgelenksbereich ist die Infektions­gefahr gering. Bei Gelenkeingriffen und bei der Verwendung von Implantaten wird routinemässig eine Antibiotika­-Prophylaxe durchgeführt. Wird ein Kunstgelenk eingesetzt, kann es in seltenen Fällen zu einer Protheseninfektion kommen. Dabei kann es notwendig werden, das Implantat zu entfernen.

Hand-­ und Handgelenksbereich weisen viele Beuge­- und Strecksehnen und Nerven auf. Nach einer Operation gilt es darauf zu achten, dass diese nicht vernarben und dadurch in ihrer Gleitfähigkeit behindert werden. Vernarbte Sehnen schränken die Bewegungsfähigkeit ein, betroffene Nerven können zu Irritationen und Schmerzen führen. Postoperative Schwellungs­zustände und Nervenverklebungen lassen sich jedoch in aller Regel mit der eingangs beschriebenen konsequenten Hochlagerung sowie einer früh einsetzenden Bewegungstherapie vermeiden. 

Verletzungen und Operationen an der oberen Extremität können zu schmerzhaften zirkulatorischen, sogenannten dystrophen Reaktionen führen. Die Folge dieser seltenen vegetativen Durchblutungsstörung sind schmerzhafte Schwellungszustände, welche die Beweglichkeit einschränken. Gegen das Auftreten einer dystrophen Reaktion (CRPS, Sudeck, Algodystrophie) kann durch eine umfassende Vorbereitung des Patienten auf den bevorstehenden Eingriff, eine optimale Schmerzbehandlung nach der Operation sowie eine gut geführte Nachbehandlung einschliesslich Ergotherapie/Physiotherapie vorgebeugt werden. Die Rehabilitation sollte deshalb auch von der Ergotherapie begleitet und überwacht werden.

Sollten Sie noch Fragen zu einem geplanten Eingriff haben, zögern Sie nicht, Ihren behandelnden Arzt zu kontaktieren. Sie können Fragen auch telefonisch über das jeweilige Sekretariat stellen oder nochmals einen Termin in der Sprechstunde vereinbaren.

Spezialschienen für die Hand oder das Handgelenk
1 – 4 In der Ergotherapie werden je nach Eingriff und postoperativer Behandlung diverse Spezialschienen für die Hand oder das Handgelenk angefertigt.

Allgemeine Nachbehandlung nach Eingriffen an der Hand

Nach einer Operation an der Hand und/oder am Handgelenk kommt es in der ersten Phase zu einer Schwellung der Hand. Daher ist es unabdingbar, nach der Operation die operierte Extremität konsequent hochzulagern. Dazu werden der Unterarm und die Hand während des Klinikaufenthalts auf Kissen oder in einem Stoffsack gelagert. Zu Hause können Sie damit fortfahren, indem Sie die Hand mit Kissen hochlagern.

In regelmässigen Abständen sollten Schulter, Ellbogen und Fingergelenke aktiv bewegt werden. Setzen Sie diese Massnahmen auch zu Hause konsequent fort. Noch während Ihres Spitalaufenthalts werden Sie von den Ergotherapeuten und Ihrem behandelnden Arzt über die ersten Therapiemassnahmen informiert.

Bei einem Grossteil der Eingriffe wird noch im Operationssaal eine Schiene angelegt, welche die Hand bzw. die Finger äusserlich fixiert. Ein paar Tage nach dem Eingriff wird die Schiene mit dem Verband in der Ergotherapie gewechselt, und bei Bedarf werden Spezialschienen oder ein Gipsverband angefertigt. Den Termin hierfür erhalten Sie noch in der Klinik. Sollte ein Gips­- oder Schienenverband durch eine Schwellung zu drücken beginnen, sollte er frühzeitig entfernt werden. Melden Sie sich in einem solchen Fall bei uns.

Solange die Wunde nicht trocken oder die Hautfäden noch nicht entfernt worden sind, sollte die Haut nicht mit Wasser in Kontakt kommen. In diesen ersten zwei Wochen nach der Operation muss die Wunde mit einem schützenden wasserfesten Verband abgedeckt werden.

Wichtig: Diese Informationen sind lediglich eine Ergänzung zum Gespräch mit dem Arzt und zum persönlichen Behandlungsplan. Beachten Sie auch weitere Hinweise zu Komplikationen und Nebenwirkungen auf dem Aufklärungsprotokoll.

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