Behandlung Handgelenksganglion – Weiches Überbein an der Hand

Unter einem Ganglion versteht man eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste, die sich im Zusammenhang mit einem Gelenk oder einer Sehnenscheide gebildet hat. Das Ganglion äussert sich am Körper als elastische bis harte Schwellung, die im Volksmund auch «Überbein» genannt wird. Das Ganglion ist eine der häufigsten Ursachen für eine Schwellung im Hand- und Handgelenkbereich.

Weiches Überbein (Ganglion) am Handgelenk
1 Weiches Überbein (Ganglion) am Handgelenk

Symptome

Ganglien verursachen mechanische Gelenkschmerzen und können auch kosmetisch störend sein. Auffallend ist meist ein dumpfer Schmerz in der Nähe der Zyste, gelegentlich kann es zu brennenden Schmerzen kommen. Schmerzen können auch entstehen, wenn die Zyste noch nicht sichtbar oder tastbar ist. In diesen Fällen spricht man von versteckten (okkulten) Ganglien. Die Ganglionzysten können sich in ihrer Grösse verändern und teilweise ganz verschwinden.

Ursache

Auslöser für die Bildung eines solchen Ganglions ist ein gewisser Abnützungs- und Überlastungsprozess im Bereich der Gelenkbänder oder der Sehnenscheiden. Die Bänder und Sehnen sind Schwachstellen, an denen sich die mit Schleimhaut ausgekleidete Gelenkkapsel als Ventilmechanismus auszustülpen und mit eingedickter Handgelenkflüssigkeit zu füllen beginnt. Dieser Mechanismus erklärt, weshalb Ganglien an Grösse zu- und abnehmen können. Die Schmerzen entstehen durch mechanische Beeinträchtigung der Gelenkfunktion.

Ganglien treten am häufigsten am Handrücken auf. Der überwiegende Teil dieser Handgelenkganglien hat seinen Ursprung in der Bandverbindung zwischen Kahn- und Mondbein. Dies sind Knochen der ersten Handwurzelreihe (Abb. 3). Seltener kommen auch Ganglien auf der daumenseitigen Beugeseite des Handgelenks oder im Verlauf der Beugesehnenscheiden an der Hand vor. In ganz seltenen Fällen kann einmal ein Ganglion nach innen gegen den Knochen einwachsen (Abb. 4).

Ganglion mit Ursprung zwischen Kahn- und Mondbein
3 Ganglion mit Ursprung zwischen Kahn- und Mondbein
Ganglion mit Wachstum in den Knochen
4 Ganglion mit Wachstum in den Knochen

Diagnose

In den meisten Fällen lässt sich ein Ganglion diagnostizieren, indem man den Patienten eingehend nach dessen Beschwerden und Symptomen befragt oder wenn die für ein Ganglion typische Vorwölbung erkennbar ist. Bei einem entsprechenden Verdacht versucht man, das Ganglion bildgebend darzustellen. Die Sonographie ist hierfür das geeignetste Verfahren, welches allerdings einen erfahrenen Untersucher voraussetzt. Eine Magnetresonanz-Untersuchung (MRI) wird meist nur in nicht ganz klaren Situationen beigezogen. Eine Röntgenaufnahme der Hand bzw. des Handgelenks kann in unklaren Fällen nötig sein, beispielsweise um sich Gewissheit zu verschaffen, ob ein Ganglionwachstum in den Knochen (intraossäres Ganglion) vorliegt.

Konservative Behandlung

Die Notwendigkeit einer Behandlung richtet sich nach den Symptomen. Wie bereits erwähnt, zeigen Ganglien eine relativ hohe Selbstheilungsrate. Daher drängt sich ein operatives Vorgehen im Anfangsstadium nicht auf. In seltenen Fällen können Ganglien aufgrund ihrer Grösse eine Kompression eines Nervs verursachen. Eine lang andauernde Kompression kann eine irreversible Nervenschädigung zur Folge haben. Daher sollte in diesem Fall der Nerv entlastet werden, indem das Ganglion entfernt wird. Im Falle einer Knochenbeteiligung müssen Befund und Ganglionwachstum kontrolliert werden, um eine Schädigung des Knochens zu vermeiden. Am Anfang einer Ganglionbehandlung steht in der Regel eine Spritzentherapie mit einem lokal wirkenden Kortisonpräparat. Damit kann einem Teil der Patienten bereits geholfen werden.

Operative Behandlung

Wenn die bereits erwähnten Therapiemassnahmen keine Besserung bringen und die Beschwerden weiterhin bestehen, kann eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden. Die am meisten Erfolg versprechende Behandlung ist die chirurgische Entfernung des Ganglions. Da das Ganglion tief im Inneren des Handgelenks entsteht, muss bei einer solchen Operation nicht nur der Zystensack entfernt werden, sondern auch der Ganglionstiel, der die Zyste mit Flüssigkeit versorgt. Dies verhindert mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass das Ganglion sich erneut bildet.

Nachbehandlung

Grundsätzlich muss das Handgelenk nach einer Ganglionentfernung sofort wieder bewegt und im Rahmen des Zulässigen belastet werden. Wird ein dorsales Handgelenkganglion entfernt, bilden sich Narben, welche beim Beugen des Handgelenks über mehrere Wochen Probleme verursachen können. Längere Ruhigstellungen des Handgelenks müssen unbedingt vermieden werden, da ansonsten Einsteifungen mit Bewegungseinschränkungen drohen. Daher empfiehlt es sich, das Handgelenk ein paar Tage nach dem Eingriff selbstständig wieder aktiv zu bewegen und nur für die ersten 1 – 2 Wochen zum Schutz temporär eine Handgelenkschiene zu tragen. Eine zusätzliche ambulante Ergotherapie ist in den meisten Fällen nicht notwendig.

Erfolgschancen

Es ist grundsätzlich möglich, dass sich ein Ganglion erneut bildet, nachdem es zuvor operativ entfernt worden ist. Bei der hier beschriebenen Operationstechnik ist dies jedoch äusserst selten. In wenigen Fällen muss damit gerechnet werden, dass die Beweglichkeit am Handgelenk leicht eingeschränkt ist. Der Grund liegt darin, dass sich das Narbengewebe nach Eröffnung der Gelenkkapsel verhärten kann (Kapselfibrose). In solchen Fällen sollte versucht werden, unter ambulanter Ergotherapie das Narbengewebe zu dehnen.

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