Behandlung Operation der degenerativen Halswirbelsäule

Die Abnützung an der Halswirbelsäule kann Schmerzen verursachen als Folge von arthrotischer Veränderung der Gelenke oder von Einengungen und Deformitäten, welche die Funktion der Nerven und des Rückenmarks stören. Eine operative Behandlung drängt sich auf, wenn sich Schmerzen, offenkundige oder drohende neurologische Störungen nicht anders behandeln lassen, so bei Gefühlsstörungen oder Kribbeln in den Händen, Steifigkeit der Glieder, unsicherem Gangbild oder Ungeschicklichkeit der Hände.

Arthrose Halswirbelsäule
1 Eine Arthrose der oberen Halswirbelsäule kann zu quälenden Kopf- und Nackenschmerzen führen
A: Links Gelenk normal, rechts arthrotisch verändert
B: Die Verschraubung führt zu Schmerzlinderung

Operative Behandlung

Bei Abnützungserscheinungen, die lediglich Schmerzen ohne Störung der Nerven und Rückenmarkfunktion verursachen, ist die Operation ein Versuch zur Verbesserung der Lebensqualität. Eine zwingende Situation liegt hier also höchstens bei unerträglichen Schmerzen vor.

Bei Einengung des Nervenkanals ist das Rückenmark mit seiner wichtigen Steuerungsfunktion bedroht. Hier ist die Operation notwendig, um mögliche Lähmungen abzuwenden. Allerdings kann auch im Fall einer erfolgreichen Entlastung des Rückenmarks keine sichere Aussage über die Erholung der vorhandenen Störungen gemacht werden. Diese ist im Einzelfall abhängig von Ausmass und Dauer der Druckwirkung.

Operation von hinten

Bei schmerzhaften Veränderungen der Gelenke oder Einengung des Nervenkanals kann ein hinterer Zugang gewählt werden. Dabei wird die Nackenmuskulatur nach entsprechendem längs verlaufenden Hautschnitt in der Mitte durchtrennt und von der Wirbelsäule abgelöst. Die schmerzhafte Stelle wird dann mit einem Titanimplantat sorgfältig versteift.

Um die Halswirbel definitiv zu stabilisieren, benötigt man einen Knochenspan, der aus dem Beckenkamm gewonnen wird oder in Form von Knochenersatz-Material Anwendung findet. Liegt eine ausgeprägte Verengung des Nervenkanals vor, muss dieser erweitert werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, indem entweder die gesamten Wirbelbögen entfernt oder die Wirbelbögen aufgeklappt werden. Beim zweiten Vorgehen kann eine gewisse Beweglichkeit der Halswirbelsäule erhalten werden. Werden die Wirbelbögen dagegen entfernt, folgt in der Regel eine Stabilisierung der Halswirbel.

Der Vorteil ist, dass vom hinteren Zugang aus einzelne oder mehrere Halswirbel versteift werden können. Das Rückenmark kann so selbst bei ausgeprägten langstreckigen Verengungen des Nervenkanals wirksam entlastet werden.

Mögliche Nachteile / Komplikationen

Mögliche Nachteile/Komplikationen: Die empfindliche, kräftige Nackenmuskulatur wird abgelöst, was gelegentlich hartnäckige Muskelverspannungen und Ermüdungsgefühle im Nackenbereich nach sich ziehen kann.
Bei der Fixation von Schrauben und Platten besteht eine gewisse, wenngleich geringe Gefahr, dass das Rückenmark und die Halswirbelarterie verletzt werden. Beides ist extrem selten, kann aber ernsthafte Folgen haben.
Wundheilungsstörungen, Infektionen und ausbleibende Verknöcherung mit schmerzhafter Instabilität sind seltene Komplikationen, die gewöhnlich ohne bleibende Nachteile korrigiert werden können.

mehrsegmentale Einengungen
2 Bei mehrsegmentalen Einengungen kann der Nervenkanal von hinten oder vorne erweitert werden, um dem Rückenmark mehr Raum zu gewähren (links: vor Operation)

Operation von vorne

Ist bei der degenerativen Halswirbelsäule geplant, die Stellung der Halswirbelsäule zu korrigieren oder das Rückenmark zu entlasten, weil der Nervenkanal von vorne eingeengt ist, wird ein vorderer Zugang gewählt. Durch einen quer oder längs verlaufenden Hautschnitt kann dabei auf die Vorderseite der Halswirbelsäule eingegangen werden. Dadurch kommen die Vorderseiten der Wirbelkörper und die Bandscheiben ins Blickfeld. Je nach Eingriff wird hier die Bandscheibe isoliert oder zusammen mit dem Wirbelkörper entfernt. Dies ermöglicht den Zugang zum Nervenkanal. In dieser Phase muss besonders auf die Schonung des Rückenmarks geachtet werden.

Um Form und Stabilität der Halswirbelsäule zu erhalten, wird die Bandscheibe oder der Wirbelkörper ersetzt, und zwar mit geeigneten künstlichen Implantaten, Beckenknochen oder Knochenersatz. Sie haben die Funktion eines Platzhalters anstelle der entfernten Bandscheibe oder des Wirbelkörpers. Eine Plattenfixation kann erforderlich sein, wenn es darum geht, die Stabilität der Halswirbelsäule zusätzlich zu verbessern.

Halswirbelsäule
3 Ein schmerzhaftes Segment kann versteift werden: Die Bandscheibe wird entfernt und durch Knochen oder Fremdmaterial ersetzt. Die Platte dient zur Verbesserung der Stabilität
Halswirbelsäule
4 In gewissen Fällen kann die Bandscheibe durch bewegliche Prothesen ersetzt werden

Als neuere Methode kann in gewissen Fällen die Bandscheibe mit einer beweglichen Prothese ersetzt werden. Damit wird eine Versteifung vermieden, und die potenzielle Überbelastung der angrenzenden Bandscheiben und Gelenke entfällt.

Mögliche Komplikationen

Durch das verschieben von Luft und Speiseröhre während des Eingriffs kann nach der Operation eine vorübergehende Schluckstörung auftreten. Aus dem gleichen Grund kann eine Reizung des Stimmband-Nervs zu Heiserkeit führen, die in der Regel ebenfalls vorübergehender Natur ist und sich nach einigen Wochen wieder normalisiert hat. Eine Schwellung unmittelbar nach der Operation kann die Atmung beeinträchtigen. Diese Situation kann eine Wiedereinführung des Beatmungsschlauchs in die Luftröhre mit künstlicher Beatmung für einige Zeit erfordern.

Wie bei allen Versteifungsoperationen besteht eine geringe Gefahr, dass die Versteifung nicht knöchern zusammenwächst. In solchen Fällen ist eine zusätzliche Stabilisierung durch erneute Operation der Halswirbelsäule nötig. Andere Komplikationen wie Wundheilungsstörungen oder Infektionen, wie sie vor allem bei Übergewichtigen und Zuckerkranken gehäuft auftreten können, sind zwar lästig und gelegentlich langwierig, aber ohne Dauerfolgen behandelbar.

Abnützungserscheinungen Halswirbelsäule
5 Abnützungserscheinungen der Halswirbelsäule im Computertomogramm: Spitze knöcherne Ausziehungen (*) engen den Raum für Rückenmark und Rückennerven ein; der daraus resultierende Druck kann Störungen und Schmerzen verursachen
Verschmälerung der Bandscheibe
6 Verschmälerung der Bandscheibe und der Knochenspitzen sowie die nachfolgende Knickbildung kennzeichnen die schmerzhafte Veränderung im Röntgenbild (links). Die Bandscheibe und die knöchernen Vorsprünge werden entfernt, die Wirbel werden versteift. Das Ergebnis: Schmerzerleichterung und eine normale Nervenfunktion (rechts). Um die Versteifung zu sichern, kann eine Titanplatte eingesetzt werden
wirksame Entlastung der Rückenwirbel
7 Ist das Rückenmark von vorne stark eingeengt, müssen die Wirbelkörper operativ von vorne entfernt werden. Die Abbildung zeigt die wirksame Entlastung. Um die Funktion der Halswirbelsäule zu erhalten, wird ein Wirbelkörper-Ersatz aus Titangeflecht eingebracht, der die Tragfunktion übernehmen kann
Zufriedenheit und Beurteilung durch Patienten
8 Gesamtbeurteilung der Zufriedenheit nach Operationen der degenerativen Halswirbelsäule (145 Patienten, 2 Jahre nach Operation, Datenauswertung vom 5.9.08)
Gesamtbeurteilung des Resultats nach Operationen
9 Gesamtbeurteilung des Resultats nach Operationen der degenerativen Halswirbelsäule (431 Patienten, 2 Jahre nach Operation, Datenauswertung vom 5.9.08)

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