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Behandlung Arthrose

Als Arthrose bezeichnet man eine Gelenkdegeneration mit Knorpelabnutzung. Am häufigsten von Arthrose betroffen sind die Hüft- und Kniegelenke, die Zehengrund- und Daumensattelgelenke sowie die kleinen Fingergelenke. Bei den übrigen Gelenken, wie zum Beispiel Schulter-, Ellbogen und Sprunggelenke, ist die Arthrose viel seltener. Die häufigsten Symptome sind Schmerzen bei Bewegung und eine eingeschränkte Belastbarkeit oder Beweglichkeit des entsprechenden Gelenkes. Dies kann im Alltag, bei der Arbeit oder beim Sport stark beinträchtigen.

Grundsätzlich nimmt die Häufigkeit der Arthrose mit dem Alter zu. Mit 80 Jahren haben alle Menschen gewisse Arthroseveränderungen an den Gelenken, allerdings hat nur etwa ein Viertel davon auch Beschwerden. Es kann aber durchaus auch jüngere Personen treffen wie zum Beispiel Sportler nach mehreren Unfällen. Infektionen der Gelenke oder Entzündungen wie bei einer rheumatoiden Arthritis  können ebenfalls einen Knorpelverlust verursachen.

Symptome

Das mit Abstand häufigste Symptom einer Arthrose sind Schmerzen im entsprechenden Gelenk. Diese treten in aller Regel langsam auf und nehmen über die Zeit zu. Die Schmerzen sind meistens belastungsabhängig und steigern sich tagsüber oder bei vermehrter Belastung des Gelenkes. Typisch sind auch Anlaufschmerzen. Dabei stören vermehrte Schmerzen beim Aufstehen nach dem Sitzen oder auch morgens beim Aufstehen. Häufig beschreiben Betroffene auch eine Steifigkeit, insbesondere im Bereich der Fingergelenke, und es können auch eine Kraftlosigkeit oder Beeinträchtigung der Feinbewegungen auftreten. 

Manchmal erscheinen die Schmerzen aber auch plötzlich spontan oder nach einer Überlastung bzw. Verletzung des Gelenkes. Gelegentlich kommt es auch zu einer Schwellung und Überwärmung des betroffenen Gelenkes, man spricht dann von einer aktivierten Arthrose. 

Ein weiteres Symptom ist die eingeschränkte Beweglichkeit, insbesondere im Bereich der Finger-, Hüft- oder Kniegelenke. So fällt es zum Beispiel zunehmend schwer, zu knien oder die Socken anzuziehen. Ein Knarren oder Knacken der Gelenke macht sich auch gelegentlich bemerkbar. 

Sichtbare Veränderungen zeigen sich hauptsächlich im Bereich der Finger- und Zehengelenke, teilweise auch der Kniegelenke mit Verdickungen oder Fehlstellungen der Gelenke.
 

Ursachen

Ein Gelenk besteht aus zwei Knochenenden, die gegeneinander beweglich sind. Sie sind von Knorpel überzogen. Die Knorpelschicht sorgt für die nötige Stossdämpfung und für ein reibungsloses Gleiten des Gelenkes. 

Die Arthrose entsteht am häufigsten, indem sich der Gelenkknorpel langsam abnutzt und die Knorpelschicht ausdünnt. Später kommt es zu Veränderungen der Knochenstruktur, aber auch zu Reaktionen der Gelenkinnenhaut, welche die Gelenkflüssigkeit («Gelenkschmiere») produziert. Dadurch nimmt die Reibung im Gelenk zu; auch die Gelenkachse kann sich verändern (Deformierung). Alle diese Veränderungen erfolgen meistens langsam und zuerst unbemerkt. 

Die Häufigkeit der Arthrose nimmt mit dem Alter stark zu. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Es besteht auch eine genetische Komponente, das heisst in Familien mit Arthrose haben die Nachfahren eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Arthrose; eine eigentliche Erbkrankheit ist sie aber nicht. Das Körpergewicht ist ein wichtiger Faktor, insbesondere bei der Arthrose der Kniegelenke oder der Füsse. Häufige Überlastung kann die Entwicklung einer Arthrose begünstigen. 

Weitere Ursachen sind frühere Unfälle und Verletzungen von Gelenken, welche über die Zeit zu mechanischer Abnutzung führen. Auch anatomische Varianten können eine Arthrose zum Beispiel am Hüftgelenk begünstigen.

Gelenkentzündungen durch eine rheumatoide Arthritis , Kristalle wie bei einer Gicht  oder Pseudogicht sowie bakterielle Infektionen können den Knorpel oder auch die Knochenstruktur rasch schädigen.

Sehr selten entsteht eine Arthrose auch aufgrund einer Stoffwechselerkrankung, was aufgrund der Vorgeschichte, aber auch mit einfachen Blutuntersuchungen vermutet oder ausgeschlossen werden kann.

Diagnose

Bei neuen Gelenkschmerzen ist grundsätzlich eine ärztliche Kontrolle empfohlen, ganz sicher, falls die Symptome relativ akut auftreten oder falls eine Gelenkschwellung besteht. 

Der Arzt wird zuerst die Krankengeschichte (Anamnese) genau erfragen. Dabei können der Schmerzcharakter und die Lokalisation erste Hinweise geben. Schmerzen im Bereich der Knie- und Hüftgelenke, der vorderen Fingergelenke oder auch der Zehengelenke sind häufig durch eine Arthrose erklärt. Bei Schmerzen im Bereich der Schulter- oder Sprunggelenke muss eher an eine andere (sekundäre) Ursache gedacht werden. Weitere Faktoren wie frühere Unfälle, Gelenkeingriffe sowie die Lebensumstände werden ebenfalls erfragt. 

Es erfolgt die klinische Untersuchung der Gelenke, wobei der Arzt auf die Gelenkkontur, eine Schwellung, Rötung oder Überwärmung achtet. Auch prüft er den Bewegungsumfang und hält eine allfällige Einschränkung der Beweglichkeit fest. Wir wenden häufig auch eine Ultraschalluntersuchung während der Konsultation an. Diese kann wichtige Informationen über strukturelle Veränderungen geben. 

Meistens wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Dabei lassen sich typische Veränderungen feststellen wie eine Verschmälerung des Gelenkzwischenraumes, Knochenneubildungen oder auch Fehlstellungen. Bei einer bestätigten Arthrose gibt das Röntgenbild zusätzlich Informationen über den Schweregrad der Arthrose.
Eine Magnetresonanz-Untersuchung (MRI) ist nur in seltenen Fällen notwendig, wenn zum Beispiel die Bänder, die Sehnen, der Meniskus, aber auch andere Weichteile besser dargestellt werden müssen. 

Stoffwechselerkrankungen, wie zum Beispiel eine Störung der Schilddrüsenfunktion oder auch eine seltene Störung des Hämoglobinstoffwechsels (Hämochromatose), können das Auftreten einer Arthrose begünstigen und sollten entsprechend gesucht werden. 

Der Arzt kann somit mit recht einfachen Mitteln wie mit einer genauen Eruierung der Vorgeschichte und einer Untersuchung inklusive Ultraschall und Röntgen die Diagnose einer Arthrose in den meisten Fällen ganz klar bestätigen oder ausschliessen bzw. eine andere Diagnose stellen.

Behandlung

Das oberste Ziel der Behandlung einer Arthrose sind eine Verminderung der Schmerzen sowie eine bessere Belastbarkeit und Beweglichkeit. Es geht dabei insbesondere um die Verbesserung der Lebensqualität. Zu Beginn wird man versuchen, die Schmerzen durch konservative Massnahmen (das heisst nicht-operativ) zu lindern. Wenn diese Massnahmen nicht genügen, kommen Injektionen und operative Interventionen zum Zuge. Die Behandlung wird durch den Arzt individuell angepasst und stufenweise durchgeführt. 

Zentral ist die optimale Bewegung des betroffenen Gelenkes; die Beweglichkeit, aber auch die Kraft sollen möglichst lange erhalten werden. Regelmässige Bewegung im Rahmen der ertragbaren Schmerzen, aber auch eine gezielte Kräftigung der für die Bewegung verantwortlichen Muskeln sind wichtig. Dafür wird meistens Physiotherapie veranlasst. Die Physiotherapeutin wird gezielte Übungen instruieren, welche im Verlauf selbständig durchgeführt werden können. 

Sehr hilfreich ist auch eine Gewichtsreduktion. Studien zeigen, dass eine Gewichtsreduktion um 10% des Körpergewichts eine deutliche Reduktion der Schmerzen zur Folge haben kann. 

Meistens werden Schmerzmittel vorgeschlagen, welche bei Bedarf oder auch dauerhaft eingenommen werden. Medikamente wie zum Beispiel Paracetamol (Dafalgan, Panadol), aber auch entzündungshemmende Antirheumatika wie Diclofenac (Voltaren) oder Ibuprofen (Brufen) können hilfreich sein. 

Häufig werden auch sogenannte Chondroprotektiva wie zum Beispiel Chondoitinsulfat und Glucosamin eingesetzt. Diese haben einen schmerzlindernden Effekt und können eventuell das Fortschreiten der Arthrose positiv beeinflussen. Ein bekanntes Präparat ist Condrosulf, welches krankenkassenpflichtig ist und praktisch keine Nebenwirkungen hat. 

Insbesondere bei akuten Schmerzen und bei aktivierter Arthrose sind Injektionen in das betroffene Gelenk sehr hilfreich. Wir führen häufig Injektionen mit Steroiden (Kortison) durch. Dies wirkt sehr rasch und ist stark entzündungshemmend. Solche Injektionen sollten allerdings nicht zu häufig durchgeführt werden, auch wegen der bekannten Nebenwirkungen. 

Injektionen mit Hyaluronsäure sind ebenfalls wirksam. Hyaluronsäure ist ein Zuckermolekül mit hoher Viskosität. Es verbessert die Gelenkfunktion. Eigentliche Nebenwirkung sind kaum bekannt, allerdings kann ein positiver Effekt nicht garantiert werden. Bei gutem Ansprechen wiederholt man diese Injektionen. 

Wir führen auch häufig Injektionen mit Eigenblutverfahren durch (Platelet rich plasma, PRP). Dabei wird das eigene Blut zentrifugiert und das Blutplasma anschliessend in das entsprechende Gelenk gespritzt. Die im Serum vorhandenen entzündungshemmenden und wachstumsfördernden Substanzen können zu einer deutlichen und teilweise auch anhaltenden Linderung der Schmerzen beitragen. Relevante Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Bei fehlendem oder ungenügendem Effekt dieser Massnahmen und deutlicher Einschränkung der Lebensqualität kommen schliesslich operative Verfahren in Frage, Dazu gehören je nach Fall gelenkerhaltende Eingriffe oder gelenkersetzende (Prothese). An der Schulthess Klinik ist die Rheumatologie mit den verschiedenen Abteilungen der Orthopädie bestens vernetzt und wir bieten das gesamte Spektrum der heutigen Therapiemöglichkeiten einer Arthrose an.

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