Peronealsehneninstabilität

Eine 24-jährige Patientin beklagte sich über ein schmerzhaftes Schnappen über dem rechten Aussenknöchel, nachdem sie sich das Sprunggelenk nach abruptem Abstoppen des Fusses verdrehte. Das Schnappen kann willkürlich beim Hochziehen und Nachaussendrehen des Fusses ausgelöst werden. Vor 7 Jahren wurde bereits ein operativer Stabilisationsversuch unternommen, wobei die stabilisierende Peronealsehnenführung gestrafft wurde. Unmittelbar nach der Operation traten die Beschwerden in analoger Weise wieder auf.

Die Patientin präsentiert sich mit einem hinkfreien Barfussgang, Hohlfüssigkeit beidseits, normale Rückfussachsen. Die Peronealsehnen, welche paarweise hinter dem Aussenknöchel angelegt sind, kann die Patientin willkürlich durch eine Streckung und Aussendrehung des rechten Fusses nach vorne über den Aussenknöchel springen lassen. Der Vorgang wird als schmerzhaft beschrieben. 

Eine daraufhin durchgeführte Magnetresonanz-Untersuchung (MRI) weist intakte Peronealsehnen bei abgeflachter Sehnenrinne auf (Abb. 1). Die knöcherne Rinne befindet sich an der hinteren Fläche des Aussenknöchels.

MRI Sehnenrinne
Abb. 1: Axiale MRI-Aufnahme: Die Sehnenrinne (Pfeil) ist abgeflacht

Aufgrund des Leidensdruckes der Patientin sowie fehlenden konservativen Behandlungsmöglichkeiten, entscheiden wir uns für eine operative Versorgung des Problems.

Während der Operation kann festgestellt werden, dass die derbe, bindegewebige Peronealsehnenführung, welche die Sehne gemeinsam mit der knöchernen Rinne umschliesst, ausgeleiert und entlang des Aussenknöchels nach vorne abgelöst ist. Dadurch hat sich eine Tasche gebildet, in welche die Sehnen bei entsprechender Bewegung des Fusses hineinspringen (Abb. 2). Wir führen deshalb eine Vertiefung der Führungsrinne durch (Abb. 3). Gleichzeitig wird die bindegewebige Sehnenführung gestrafft und wiederum an den Aussenknöchel fixiert.

Operation luxierte Sehne
Abb. 2: Luxierte Sehne
Operation Vertiefung der Rinne
Abb. 3: Vertiefung der Rinne mit Kugelfräse

Die Patientin erhielt nach der Operation einen Unterschenkelgips während 4 Wochen. Für weitere 2 Wochen wurde eine abnehmbare Unterschenkelschiene angepasst. Während insgesamt 6 Wochen entlastete sie das betroffene Bein an Gehstöcken. Danach wurde sukzessive Muskelaufbau betrieben. 

1 Jahr nach der Operation ist die Patientin beschwerdefrei und hatte seit der Operation kein Luxationsereignis mehr zu beklagen.

Die luxierende Peronealsehne ist eine Problematik, die auf eine insuffiziente Sehnenführung posttraumatisch und/oder auf ein zu flaches Sehnenbett zurückzuführen ist. Dabei kann die Sehne aus dem Bett herausspringen und sich an einer Knochenkante am Aussenknöchel aufreiben, was in der Regel mit Schmerzen verbunden ist. Begünstigt sind Patienten mit einem Hohlfuss, wo die Rückfussachse eher nach aussen kippt und somit die betreffende Sehne vermehrt belastet wird. Der typische Traumamechanismus beinhaltet eine rasche, kräftige Dorsalextension (Streckung) mit oder ohne Eversion (Aussendrehung) des Fusses, klassischerweise bei einem Skifahrer, der in einer Schneemauer einen abrupten Halt erleidet. Konservativ therapeutisch besteht die Möglichkeit einer mindestens 6-wöchigen Ruhigstellung in einem Unterschenkelgips. Die Erfolgsquote hierbei ist allerdings bescheiden, sodass in den meisten Fällen eine operative Behandlung zu befürworten ist.

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