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Hüftchirurgie

Jahresbericht 2023

Frau macht Dehnübungen für die Hüfte
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implantierten Hüftprothesen
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Hüftprothesenrevisionen

Im Jahr 2023 untermauerte die Schulthess Klinik ihre Spitzenposition in der Hüftchirurgie mit herausragender Service-Excellence: Wir implantierten nicht nur am meisten Hüftprothesen in der Schweiz, sondern taten dies auch in der besten Qualität. Dies belegen die Zahlen des SIRIS-Registers.

Auch im Jahr 2023 war die Schulthess Klinik das Spital in der Schweiz, das am meisten Hüftprothesen implantierte. Dabei haben wir neben der Quantität auch die Qualität gesteigert. Dies belegen die Zahlen des unabhängigen SIRIS-Registers, das seit 2012 schweizweit sämtliche Spitäler in Bezug auf implantierte Hüftprothesen überwacht. So wuchs die Anzahl der bei uns implantierten Hüftprothesen im Jahr 2023 auf 1277 (Vorjahr: 1162). Gleichzeitig haben wir die Zwei-Jahres-Revisionsrate, die als Messinstrument für die Qualität bei der Prothesenimplantation gilt, erstmals auf unter 1 % gesenkt.

Diagramm zur Revisionsrate von Hüftprothesen

Die SIRIS-Grafik stellt die Schulthess Klinik (in Rot) dem landesweiten Durchschnitt (in Blau) gegenüber. Horizontal sind die Jahre seit der Implantation einer Hüftprothese aufgeführt, vertikal der Anteil der Prothesen, die erneut operiert werden mussten. Der Vergleich zeigt: Nur 0,9 % der Hüftprothesen aus der Schulthess Klinik benötigen innerhalb der ersten zwei Jahre eine weitere Operation – ein deutlicher Unterschied zum Schweizer Schnitt von 2,6 %.

Der Nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) publiziert jedes Jahr die aktuellen Resultate des SIRIS-Registers transparent für alle Schweizer Spitäler. So kann sich jeder Patient ein unabhängiges Bild über die Qualität eines Spitals machen. Basierend auf diesen Daten dürfen wir in aller Bescheidenheit sagen, dass die Schulthess Klinik das beste Spital für Hüftprothesen in der Schweiz ist.

https://www.anq.ch/de/fachbereiche/akutsomatik/messergebnisse-akutsomatik//step3/measure/20/year/2022/page/1

Rekonstruktion von fokalen Knorpelschäden am Hüftgelenk mit körpereigenem Gewebe

Wir präsentieren hier den Fall eines 26-jährigen Profi-Tennisspielers, der beim Spiel plötzlich einschiessende Schmerzen in der linken Hüfte verspürte. Aufgrund eines Hüftimpingements ist es zu einem lokalisierten Knorpelschaden gekommen, welcher im MRI zentral am Femurkopf zu sehen ist. Diese zentrale Lokalisation ist nur schwer zugänglich, weshalb ein arthroskopisches (endoskopisches) Vorgehen sehr limitiert ist. Aus diesem Grund wurde eine sogenannte chirurgische Hüftluxation durchgeführt. Dabei wird der Hüftkopf aus der Gelenkspfanne herausgedreht, wobei sichergestellt werden muss, dass die Durchblutung des Femurkopfes gewährleistet bleibt. Der defekte Knorpel wird bis zu seinen stabilen Rändern entfernt und die Deformität am Kopf-Schenkelhals-Übergang korrigiert, sodass künftig eine impingementfreie Mechanik des Gelenks gewährleistet werden kann. Anschliessend werden zerkleinerte Knorpelfragmente vom Defektrand und vom Kopf-Schenkelhals-Übergang mit patienteneigenen Blutbestandteilen zu einer zähen Masse gemischt und der Knorpeldefekt sodann gefüllt. 

Während einer Rehabilitationsphase von etwa drei bis sechs Monaten entwickelt sich aus diesen Knorpelfragmenten eine Knorpelnarbe, welche in der Struktur einem normalen Gelenkknorpel nahekommt. Wir hoffen, mit dieser Technik Knorpeldefekte langfristig rekonstruieren zu können. Zudem vermeidet die verbesserte Form am Kopf-Hals-Übergang lokale Druckspitzen, was den Gelenkknorpel schützt.

MRI der Hüfte
Das MRI der Hüfte zeigt zentral am Femurkopf einen Knorpelschaden (dünne Pfeile) und angrenzend im Knochen eine Aufhellung (Ödem), was auf eine lokale Entzündungsreaktion hindeutet. Am Übergang des Femurkopfes zum Schenkelhals erkennt man, dass die Knochenkontur (dicker Pfeil) die ideale Kugelform (gestrichelter Bogen) verlässt. Das führt bei Bewegung zu mechanischen Kollisionen (Impingement) mit der Pfanne.
Deformität links/rechts
Links: Mit einer sphärischen Schablone kann die Deformität am Kopf-Schenkelhals-Übergang genau lokalisiert werden. Mit einer kleinen Fräse wird dann wieder eine normale Kontur hergestellt.
Rechts: Die graue Linie zeigt das Areal, in dem der Knochen entfernt wurde.
Femurkopf links/rechts
Links: Am Femurkopf ist der tiefe Knorpelschaden ersichtlich (Pfeile). Die ganze Knorpelschicht ist bis auf den darunterliegenden Knochen entfernt.
Rechts: Zustand nach Füllung des Defekts mit kleinen, patienteneigenen Knorpelfragmenten.

Der «Bikini»-Hautschnitt bei der Hüftprothesenoperation

Während des letzten Jahrzehnts haben sich minimalinvasive Operationstechniken zu den weltweit populärsten Techniken in der Hüftchirurgie entwickelt. Dazu gehört insbesondere der vordere Zugang zum Hüftgelenk. An der Schulthess Klinik haben wir diesen Zugang vor fast 20 Jahren eingeführt. Es ist ein sehr muskelschonender Zugang, der mit einer ausgezeichneten Gelenkstabilität einhergeht, ohne dass nachteilige Kompromisse bei der Implantatwahl nötig sind. 

Ein Nachteil dieser Technik war jedoch, dass der klassische Hautschnitt längs orientiert war (ungefähr parallel zur Achse des Beines), was sich gelegentlich nachteilig auf die Wundheilung und die Narbenkosmetik (Bild 1) auswirkte. Bereits 2011 verwendeten wir erstmals den sogenannten «Bikini»-Hautschnitt, welcher der anatomischen Architektur und den Spannungslinien des Hautgewebes folgt (Bild 2). Heute wenden wir diesen Hautschnitt routinemässig an. Wir konnten zeigen, dass diese technische Modifikation zu exzellenten Resultaten wie bei der traditionellen Längsinzision führt, jedoch mit deutlich besserem kosmetischem Ergebnis.1 Beim «Bikini»-Zugang werden nur der Hautschnitt und die Eröffnung des darunterliegenden Fettgewebes quer zu Beinachse vorgenommen. In den tieferen Schichten erfolgt der Zugang zum Hüftgelenk dann wie bei der klassischen Technik der Anatomie (Muskeln, Gefässe und Nerven sind in der Tiefe längs ausgerichtet). 

Direct anterior approach (DAA) increasingly used in THR
Direct anterior approach (DAA) increasingly used in THR

Zwischen Januar 2014 und August 2023 haben wir an der Schulthess Klinik insgesamt 10'009 Hüftprothesen implantiert. Davon erfolgten 8769 durch einen vorderen Zugang. Dabei wendeten wir bei 4969 (56 %) Implantationen den «Bikini»-Schnitt an. Vor allem erfahrenere Chirurgen haben die «Bikini»-Technik häufig (mehr als 300 Hüftprothesen pro Jahr) der klassischen Technik vorgezogen (Bild 3). Die «Bikini»-Inzision haben wir vor allem bei technisch einfacheren Fällen genutzt. Wenn die klassische Inzision bereits zuvor auf der Gegenseite angewendet wurde (Symmetrie) oder bei technisch komplexen Fällen, dann haben wir sie in der Regel nicht angewendet. In der Folge wurde die «Bikini»-Technik mit ähnlich guten Resultaten2, 3 an anderen Zentren eingeführt. 

First experience with bikini DAA in 2011
First experience with bikini DAA in 2011

Publikationen:

1 Leunig, M, et al., Skin crease 'bikini' incision for anterior approach total hip arthroplasty: surgical technique and preliminary results. Clin Orthop Relat Res, 2013. 471(7): p. 2245-52.

2 Leunig M, et al. Skin crease 'bikini' incision for the direct anterior approach in total hip arthroplasty. Bone & Joint Journal 2018; 100B(7): 853-61.

3 Corten K, Holzapfel BM. Direct anterior approach for total hip arthroplasty using the "bikini incision". Oper Orthop Traumatol 2021; 33(4): 318-30.

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