Standardisierung chirurgischer Komplikationen

Chirurgische Komplikationen sind ein wichtiger Indikator für die Qualität einer Behandlung. Mit Hilfe eines Komplikationsmanagements können Risikofaktoren einer Behandlung aufgedeckt und die Patienten besser über die Risiken eines orthopädischen Eingriffs informiert werden.

Bei der Aufklärung der Patienten über eine Behandlung werden jeweils die Behandlungsrisiken und die möglichen chirurgischen Komplikationen angesprochen. Je nach Krankheitsbild und chirurgischem Eingriff wird dieser Begriff aber anders ausgelegt, eine einheitliche und internationale Definition dafür gibt es bis heute noch nicht.

Zudem existieren ebenfalls keine akzeptierten, einheitlichen Standards für die Dokumentation und Berichterstattung über das Auftreten chirurgischer Komplikationen. Das macht den Vergleich mit anderen Spitälern, Ärztegruppen und Ländern schwierig.

Einheitliche Definition und Standardisierung

Die Schulthess Klinik arbeitet deshalb intensiv daran, eine einheitliche Definition sowie einen Standard für die routinemässige Dokumentation von Komplikationen für orthopädische Eingriffe zu entwickeln, damit eine weltweite Übereinstimmung und Vergleichbarkeit erreicht wird.

Der Prozess zu einer Definition beinhaltet verschiedene Schritte. Zuerst werden alle in der Literatur veröffentlichten Definitionen und Begriffe erfasst. Daraus wird ein erster Entwurf der wichtigsten Ereignisse, das «Core Set», erstellt. In einer internationalen Expertengruppe, einer sogenannten Delphi Umfrage, wird anschliessend eine gemeinsame Übereinstimmung der Definitionen ermittelt und so das finale «Core Set» festgelegt.

Dieses Set und dessen Anwendung werden in einer nachfolgenden Pilotphase getestet und bewertet, bevor es schliesslich im klinischen Alltag eingeführt wird. Dieser Prozess dauert mehrere Jahre und muss für jedes Krankheitsbild separat durchgeführt werden.

An der Schulthess Klinik wird dieser Prozess bereits bei zwei Schulteroperationen – der Sehnenrekonstruktion und dem Schulter-Gelenkersatz – sowie nach der Behandlung von Oberarmbrüchen durchgeführt.

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