Grundlagenforschung

In enger Zusammenarbeit mit der ETH Zürich führen die Forschungsgruppen der Schulthess Klinik biomechanische Studien durch. Diese dienen zur Entwicklung von Bewegungsmodellen, zur Unterstützung von Operationstechniken und zum vertieften Verständnis über körpereigene Gewebe und Strukturen.

Erkrankungen am Bewegungsapparat sind eine grosse Herausforderung für unsere immer älterwerdende Gesellschaft. Hohe Lebensqualität, Erhalt der Beweglichkeit und aktiver Lebensstil auch im Seniorenalter sind ein primäres Ziel unserer Klinik. Biomechanische Studien helfen dabei, die Funktion des Bewegungsapparates und Ursachen einer muskuloskeletalen Erkrankung fundierter zu verstehen. Zudem bieten neue Technologien direkte Unterstützung für die Chirurgen. Im weitreichenden Gebiet der Grundlagenforschung betätigen wir uns in den drei nachfolgenden Bereichen.

Entwicklung von Bewegungsmodellen

Mit der Entwicklung von biomechanischen Modellen können Bewegungsabläufe und wirkende Kräfte berechnet und nachgeahmt werden, um detaillierte Aussagen über das Bewegungsmuster zu erhalten. Beispielsweise werden quantitative Daten der Bewegungen implantierter Fingermittelgelenksprothesen mit einem dreidimensionalen Kamerasystem erfasst – die Ergebnisse dienen den Chirurgen als Entscheidungshilfe in der Wahl der Gelenksprothese (Abbildung 1).

Messung Gelenksprothese
Abbildung 1: Messvorrichtung einschliesslich der wirkenden Kräfte für die quantitative Erfassung der seitlichen Auslenkung des Fingers mittels eines dreidimensionalen Kamerasystems

Konstruktion von Geräten und Technologien

Um den klinischen Alltag zu erleichtern, entwickeln wir zur Unterstützung der Chirurgie neue Geräte und Technologien. Im Bereich der Handchirurgie wurde z. B. ein spezielles Daumenstabilitätsmessgerät realisiert, das während der Operation eingesetzt werden kann und dem Operateur wichtige Daten zur Stabilität des Daumens und somit zum weiteren Operationsverlauf liefert.

Untersuchungen von Gewebe und Strukturen

Fetteinlagerungen in der Muskulatur können die Erholung der Muskelfunktion nach einem erfolgreichen chirurgischen Eingriff verlangsamen oder verhindern. Mit intraoperativen Muskelbiopsien (Abbildung 2), Magnetresonanz und neuromuskulären Messungen wird bei Hüftarthrose-Patienten die Hüftmuskulatur untersucht. Damit erhalten wir Informationen über die Ursachen von Fetteinlagerungen an der Hüftmuskulatur und über mögliche funktionelle Auswirkungen. Die Ergebnisse unterstützen die Ärzte und Therapeuten bei der Entwicklung neuer Präventions- und Behandlungsmassnahmen.

Histologische Analyse einer Hüftmuskel-Biopsie
Abbildung 2: Histologische Analyse einer Hüftmuskel-Biopsie. Quelle: Laboratory of Exercise and Health, ETH Zurich

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Schulthess Klinik

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Lengghalde 2
8008 Zürich
Schweiz

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