Ergotherapeutische Behandlung der Arthrose des Mittelgelenks (PIP-Gelenk)

Die Arthrose des Mittelgelenks (PIP-Gelenk) im Rahmen der Fingerpolyarthrose ist eine häufige Erkrankung, welche die Langfinger betrifft. Darunter versteht man alle Finger ausser den Daumen. In der Ergotherapie der Schulthess Klinik behandeln wir sehr oft Patienten, die sich aufgrund ihrer Arthrose in den PIP-Gelenken für eine Gelenksersatzoperation mit einem Kunstgelenk entschieden haben.

Die Ergotherapie beginnt drei bis fünf Tage nach der Operation. Dabei wird der Verband gewechselt, eine Lagerungsschiene für eine Tragezeit von sechs Wochen angepasst und die ersten Übungen werden instruiert. Alle Langfinger dürfen mit Ausnahme des Zeigefingers sofort aktiv mobilisiert werden. Nach zwei Wochen kann tagsüber auf die Schiene verzichtet werden.

Die Mobilisation erfolgt dabei durch einen Zwillingsverband. Dies ist ein Verband, der den operierten Finger mit dem Nachbarfinger verbindet, damit diese beiden Finger als «Zwillinge» funktionieren können. Dieser Zwillingsverband dient einerseits als Schutz des operierten Fingers, aber auch als Hilfe zur Reintegration des Fingers in den Alltag, da der Finger so weniger in Schonhaltung bleiben kann. Beim Zeigefinger hingegen steht die Stabilität im Vordergrund, weshalb eine Immobilisation über vier Wochen erfolgt. Nach diesem Zeitraum kann tagsüber auf die Lagerungsschiene verzichtet und ein Zwillingsverband angelegt werden. Bei allen Langfingern beginnt nach der Hautfadenentfernung die Narbenbehandlung.

Im Anschluss an die Arztkontrolle beim Handchirurgen, meist sechs Wochen postoperativ, kann je nach Situation mit dem Belastungsaufbau begonnen werden. Das Therapieziel ist, eine bestmögliche Funktion der ganzen Hand zu erreichen, damit der Patient den ihm wichtigen und bedeutungsvollen Alltagsaktivitäten wieder nachgehen kann.

links: Anpassung einer Lagerungsschiene für das PIP-Gelenk
rechts: Der Zwillingsverband

links: Kräftigung der Hand mittels Knetmasse
rechts: Einsatz der Hand im Alltag