Die vier Therapieansätze der Ergotherapie

Die Behandlungsmethode wählen wir gemeinsam mit unseren Patienten nach vier Therapieansätzen aus.

  • Ein kompensatorischer Ansatz für die ergotherapeutische Behandlung, um verminderte Fertigkeiten zu kompensieren. Beispiel: Aufgrund einer ausgeprägten Arthrose hat der Patient wenig Kraft und kann deshalb z.B. Drehverschlüsse nicht mehr öffnen. In der Ergotherapie werden Alltagshilfen getestet und ausprobiert, die das Öffnen von Drehverschlüssen mit wenig Kraftaufwand erlauben.
  • Ein schulender Ansatz, um Alltagsaufgaben neu zu planen und umzusetzen. Beispiel: Ein Patient wird vom Arzt in der Ergotherapie zur Hilfsmittelberatung an gemeldet. Der Ergotherapeut schult den Patienten bezüglich Gelenkschutz und klärt die individuellen Bedürfnisse des Patienten für Alltagshilfen ab. 
  • Ein Ansatz zum Einüben von Fertigkeiten, um neue Handfertigkeiten zu erlernen und sich diese anzueignen. Beispiel: Aufgrund von Schmerzen in den Gelenken wurde ein Finger geschont und im Alltag nicht mehr eingesetzt. In der Therapie wird dieser Finger aktiv für Tätigkeiten und Übungen eingesetzt, damit der Patient lernt, diesen wieder zu gebrauchen.
  • Ein Ansatz zur Förderung der Körperfunktionen, um Betätigungen wieder zu ermöglichen. Beispiel: Nach einem Fingerbruch werden in der Ergotherapie die Beweglichkeit und die Kraft des Gelenks trainiert, damit der Patient z.B. wieder arbeiten gehen kann.

Bei allen Therapieansätzen ist immer der Erhalt oder die Verbesserung der Handlungsfähigkeit oberstes Ziel der Ergotherapie.

links: Gelenkschonendes Öffnen eines Drehverschlusses
rechts: Ergonomisches Brotschneiden dank angewinkeltem Messer


links: Beüben der Fingerfertigkeiten während der Therapie
rechts: Alltagstraining in der Ergotherapie