Für die Schulthess Klinik ist «Riskmanagement» kein Fremdwort
Gemäss dem Stiftungsrecht sind die vorgesetzten Behörden einer Stiftung für das Risiko-Management verantwortlich, d.h. sie müssen wissen: Welches sind die internen, externen und allenfalls weiteren Risiken? Der Arbeitsausschuss, das oberste Führungsorgan der Wilhelm Schulthess-Stiftung, nimmt diese Führungsverantwortung wahr und hat im Auftrag des Stiftungsrates eine umfassende Risiko-Analyse in Auftrag gegeben. Entstanden ist ein umfangreicher Risikokatalog.
Im Rahmen dreier Risiko-Workshops haben der Arbeitsausschuss, die Ärzteschaft und die Geschäftsleitung die möglichen Risiken validiert. Nach den drei Bewertungskriterien finanzielle Auswirkungen, Auswirkungen auf die Reputation und der Eintrittswahrscheinlichkeit wurden diese anschliessend bewertet und nach ihrer potenziellen Folgenschwere gewichtet. Dabei zeigte sich, dass die drei verschiedenen Arbeitsgruppen unabhängig voneinander zu den gleichen Schlüssen kamen.
Die Risikoanalyse machte auch deutlich, dass es Risikofaktoren gibt, die wir direkt beeinflussen können und deren Prävention eine gut organisierte Struktur benötigt. Auf der anderen Seite müssen wir aber auch Faktoren berücksichtigen, die wir als Klinik nicht beeinflussen können. Dies sind Faktoren, die vor allem durch den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und auch politischen Wandel entstanden sind.
Zu den Kernrisiken gehören zum Beispiel die Anforderungen an die medizinischen Dienstleister, künftige Tarifstrukturen oder die Auswirkungen von politischen Entscheiden.
Aufgrund der Risikoanalyse erarbeiten wir derzeit einen Massnahmenkatalog. Dieser soll als Arbeitsinstrument dazu beitragen, etwaige Risiken gar nicht erst aufkommen zu lassen oder, sofern äussere Einflüsse eine solche Einflussnahme ausschliessen, sich darauf mit entsprechenden organisatorischen Szenarien zu wappnen. Das ist kein abgeschlossener Prozess. Wir werden diesen Katalog laufend weiterentwickeln und regelmässig überprüfen.
Ein Bewusstsein für die bestehenden Risiken zu entwickeln und entsprechende Vorkehrungen zu treffen, setzt voraus, dass man diese kennt. Das heisst aber nicht, dass wir Risiken ausschliessen können. Denn auch uns ist bewusst, was schon Erich Kästner wusste: «Leben ist lebensgefährlich.»
