News aus der Neurologie
Aktuelle neurologische Abklärungen und neurophysiologische Therapie Konzepte
Neue Techniken und erweiterte Anwendungs-Kompetenz führen dazu, dass bei neurologischen Abklärungen und Therapie-Konzepten Qualität und Leistung erhöht werden. Dies ist für die Betroffenen von Bedeutung.
Ausschluss von Komplikationen
Neuroangiologische Untersuchungen schaffen Klarheit
Standard-Untersuchung
Differentialdiagnose bei Spinalkanal-Stenosen oder Gangstörungen
Intensive intraoperative Überwachung

Ausschluss von Komplikationen
Ergibt die internistische Untersuchung vor chirurgischen Eingriffen eine Unsicherheit, beispielsweise in Bezug auf neurologische Komplikationen, bieten wir zusätzliche Abklärungen an zur Beurteilung der Operabilität aus unserer Sicht (unten grüner Kasten).
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Neuroangiologische Untersuchungen schaffen Klarheit
Bei den neuroangiologischen Untersuchungen werden die Gefässe des vorderen (A. carotis = C) und des hinteren Kreislaufes (A. vertebralis = V) beurteilt (Abb. 1). Es gilt, die Grösse der Gefässe, den Verkalkungszustand und daraus folgende allfällige Veränderungen (Stenosen) festzustellen sowie einen Zusammenhang mit den Beschwerden zu beurteilen.
Am Beispiel eines 61-jährigen Patienten kann das Vorgehen illustriert werden. Bereits in der internistischen Untersuchung des Zuweisers war ein Strömungsgeräusch der A. carotis rechts (vordere Halshauptschlagader rechts) vermerkt. Bisher war allerdings noch keine Abklärung erfolgt. Zudem bestanden neuro- und kardiovaskuläre Risikofaktoren (Rauchen, Zuckerkrankheit, Blutfetterhöhung, Bluthochdruck usw., welche die Gefässe mit Bildung einer frühzeitigen Arteriosklerose belasten). In der nachfolgenden neuroangiologischen Abklärung mit Doppler- und Duplexsonographie, der Hirn zuführenden Gefässe am Hals und im Schädel wurden beidseits hoch- bis höchstgradige Verengungen (Stenosen) der Hirn zuführenden Blutgefässe (Lokalisation siehe Pfeil) festgestellt. Diese massiven Verengungen bildeten eine sehr hohe Gefahr für Abgänge von Embolien und für Hirndurchblutungsstörungen, was Hirnschläge zur Folge haben kann. Deswegen musste die Operation der Hüfte abgelehnt und der Patient vorgängig einem operativen Eingriff an den Halsgefässen zugeführt werden. Glücklicherweise sind diese Gefässeingriffe, bei denen Verengungen operativ entfernt werden, ohne Komplikationen erfolgt. Ein Jahr später, nach der Ausheilung, konnte die Hüftoperation erfolgen, jetzt aber mit deutlich geringerem Hirnschlag-Risiko.
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Verletzte Gelenke der Halswirbelsäule können mit Injektionen behandelt werden

Standard-Untersuchung
Sorgfältige Voruntersuchung
- unklarer Befund (z.B. Geräusch)
- Weitere Abklärungen.

Differentialdiagnose bei Spinalkanal-Stenosen oder Gangstörungen
Die Neurologische Abteilung ist im Wirbelsäulenzentrum und in den orthopädischen Zentren der Schulthess Klinik daran beteiligt, Untersuchungsergebnisse spezifisch abzuklären und zu beurteilen, wenn die Nervenfunktionen ausfallen oder gestört sind. Bei Problemen im Halswirbelsäulen- und Wirbelsäulenbereich hat das Team eine breite Erfahrung, wenn es darum geht, Spinalkanal-Stenose-Diagnosen (vgl. untenstehende Abbildung) zu erkennen und zu sichern. Bei chronischen Armschmerzen wird mit modernsten Techniken nach den Ursachen geforscht. Häufig findet man Veränderungen in der Elektro-Myographie (Bestimmung der Muskelfunktion), Elektro-Neurographie (Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeit) oder in der Doppler-/Duplex-Sonographie (Abklärung der zirkulatorischen Verhältnisse der Gefässe). Anhand der Ergebnisse kann der erfolgversprechende Behandlungsplan gewählt und realisiert werden. Bei Gangstörungen tragen die neurologischen Untersuchungen oft wesentlich zur Ursachen-Erforschung und Differentialdiagnose bei. Dabei gilt es auch abzuklären, ob chronische Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose als Ursache der Gangstörungen in Betracht kommen.
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Die Spinalkanal-Stenose konnte hier z.B. mittels speziellem Myelo-Computertomogramm gut nachgewiesen werden.

Intensive intraoperative Überwachung
Die Erfahrung mit der multimodalen (Sechsfach)-Registrierung elektrophysiologischer Potenziale war auch im zweiten Jahr der Anwendung dieser erweiterten Monitoring-Methode sehr gut. Diese Überwachung schwieriger rückenmarknaher Operationen reduziert das Komplikationenpotenzial und ist nicht mehr wegzudenken. Die Bestimmung der sensibel und motorisch evozierten Potenziale ist heute bei rückenmarknahen Eingriffen ein wesentlicher Bestandteil des Qualitätskontroll-Standards des Schulthess Wirbelsäulenzentrums.





